Intel kündigt Atom N450 für Netbooks an

In seinen Präsentationen zu Pine Trail gibt Intel nun auch offiziell das lange bekannte Datum für die Markteinführung der neuen Atom-Plattform an: Ab dem 4. Januar 2010 sollen die neuen Geräte auf den Markt kommen. Um nach diesem Termin während der CES noch ein Handvoll Informationen parat zu haben, gibt es bisher keine offiziell bestätigten Angaben zu den Preisen und keine Benchmarks der neuen Atom-Prozessoren.
Im Vordergrund steht für die neue Plattform eine höhere Integration mit sinkenden Kosten für die Chip- und Gerätehersteller, der CPU-Kern basiert weiterhin auf der ersten Atom-Architektur , so dass hier keine Sprünge in der Rechenleistung zu erwarten sind. Die Verschmelzung von bisher drei Chips der Plattform zu zwei steht aber auch dringend an, denn der erste Atom-Chipsatz 945GSE stammt tatsächlich schon von einem im ersten Quartal 2006 erschienenen Modell ("Calistoga") ab.
| Prozessor | Atom N450 | Atom D410 | Atom D510 |
| Takt | 1,66 GHz | 1,66 GHz | 1,66 GHz |
| Kerne / Threads | 1 / 2 | 1 / 2 | 2 / 4 |
| L2-Cache | 512 KByte | 512 KByte | 1 MByte |
| EIST | Ja | Nein | Nein |
| Intel64 | Ja | Ja | Ja |
| XD-Bit | Ja | Ja | Ja |
Statt CPU und North- sowie Southbridge gibt es bei Pine Trail nur noch zwei Chips: den Prozessor mit integriertem Grafikkern und Speichercontroller sowie den Chipsatz aus nur noch einem Chip. Dieser heißt NM10 (Tiger Point) und bietet PCI Express, 2 x SATA und 8 x USB 2.0. Die neuen Bausteine messen nur noch 22 x 22 Millimeter für die CPU und 17 x 17 Millimeter für den Chipsatz, was laut Intel eine Platzersparnis von 60 Prozent gegen der früheren Drei-Chip-Lösung ergibt. Damit sollen auch günstigere Mainboards mit nur noch vier Layern möglich werden.
Mit der höheren Integration sollen auch sinkende Leistungsaufnahmen einhergehen. Für den NM10 hat Intel noch keinen Wert angegeben, aber für den Prozessor N450 (Pineview): Zusammen mit Grafik und Speichercontroller sind es 5,5 Watt TDP. Schon der Chipsatz 945GSE liegt bei 6 Watt, dazu kommen noch die 2,5 Watt des bisher meistverbauten Atom N270. Auch ohne Wert für den NM10 dürfte die neue Plattform sparsamer werden, Intel spricht von 20 Prozent Ersparnis. Bei sonst unveränderten Netbook-Designs dürfte sich das direkt auf die Akkulaufzeit auswirken, wenn die Hersteller nicht kleinere Akkus verbauen, um die Kosten weiter zu senken.
Wenig Innovation gibt es dagegen bei der Grafik: Der neue Kern heißt GMA3150 und soll DirectX-9-Funktionen beherrschen, womit Intel bei den Netbooks nun schon zwei Generationen hinterherhinkt. Wie das Unternehmen im Rahmen einer Telefonkonferenz angab, ist auch der neue Grafikkern nicht schnell genug, um Full-HD-Videos mit Blu-ray-Codecs wiederzugeben. Kleinere HD-Formate soll er jedoch beherrschen.
Folglich sind auch die Bildausgänge des Grafikkerns beschnitten: Es gibt nur Ports für VGA und die direkte Ansteuerung von Notebookpanels via LVDS. Dabei sind maximal 1.366 x 768 Pixel möglich, per VGA sind es 1.400 x 1.050 Pixel. Netbooks mit mehr als 11 Zoll Displaydiagonale und sinnvoller Auflösung sind damit nicht zu erwarten.
Intel ist sich des Mankos bei HD-Fähigkeiten bewusst und schlägt einen "Low-Cost HD Video Decoder" vor, der per PCI Express angebunden werden kann. Einen solchen Baustein soll Broadcom mit dem Chip "BCM70015 HD" anbieten, dessen Preis aber noch nicht in Erfahrung zu bringen ist. Es bleibt unklar, wie viele Hersteller davon Gebrauch machen werden. Die Virtualisierungsfunktion VT beherrscht keiner der neuen Atoms.
Der Speichercontroller im N450 kann weiterhin nur einen Kanal nach DDR2-667 ansteuern, es sind aber zwei Module vorgesehen. Beim für Nettops vorgesehenen und sonst gleich schnellen D410 ist es immerhin DDR2-800, ebenfalls mit zwei Modulen. Die Auflösung per VGA darf hier 2.048 x 1.536 betragen, einen digitalen Bildausgang sieht Intel aber auch bei diesem Chip nicht vor.



