Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Vom ICE ins Elektroauto - Bahn startet E-Auto-Projekt

Start der Elektromobilitätsmodellregion Berlin-Potsdam, Daimler liefert E-Smarts. Raus aus dem ICE, rein ins Elektroauto – das soll ab Herbst für die Teilnehmer an dem Elektromobilitätsprojekt Bemobility möglich sein. An 20 Standorten in Berlin und Potsdam wollen Verkehrsbetriebe und Unternehmen Ladestationen aufbauen, an denen Nutzer die Elektroautos und Pedelecs leihen können.
/ Werner Pluta
23 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

In Berlin und Potsdam sollen Bahnnutzer künftig das letzte Stück von der Haltestelle bis zum Ziel elektrisch zurücklegen können: Im Rahmen des Projekts Bemobility werden an den Bahnhöfen ab Frühsommer 2010 Pedelecs und Elektroautos aufgestellt. Bahnpassagiere können sie mieten, um vom Bahnhof zu ihrem Ziel zu fahren.

20 Ladestationen

An mehreren Bahnhöfen in der Region wird eine Infrastruktur mit Ladestationen errichtet, an denen die rund 40 Autos und 50 Fahrräder geliehen und geladen werden können. Geplant ist der Aufbau von rund 20 Stationen. Der Strom dafür soll ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen stammen, um den Kohlendioxidausstoß zu verringern.

Um die Autos oder Fahrräder nutzen zu können, müssen sich die Nutzer mit dem Mobiltelefon oder einer speziellen Karte identifizieren – vergleichbar den konventionellen Mietfahrrädern, die die Deutsche Bahn in manchen Großstädten bereits zur Verfügung stellt. Bis zu 500 Nutzer können an dem Projekt teilnehmen. Wer sich wie bewerben kann, ist jedoch noch nicht klar.

An dem Projekt beteiligt sind neben der Deutschen Bahn und dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg mehrere Unternehmen und Energieversorger sowie die Technische Universität Berlin. Bemobility gehört zu den acht Modellregionen zur Elektromobilität, die das Verkehrsministerium im Sommer ausgewählt hat. Die Testphase beginnt im Frühsommer 2010, dann werden die ersten Fahrzeuge einem kleinen Nutzerkreis zur Verfügung gestellt. Ab Herbst 2010 startet der eigentliche Pilotbetrieb.

E-Smarts kommen nach Berlin

Nach Angaben der Bahn werden die Teilnehmer an dem Projekt auch die Ladestationen der beiden Berliner Elektromobilitätspilotprojekte nutzen können, die Daimler und RWE sowie BMW und Vattenfall 2008 angekündigt hatten. Daimler hat gerade die ersten elektrisch betriebenen Smarts in Berlin übergeben. Sie waren im Sommer in die Serienfertigung gegangen. Auf der Internationalen Automobilausstellung gaben RWE und Renault bekannt, dass die Franzosen Ende 2010 100 Fahrzeuge für E-Mobility Berlin liefern werden.

Elektro-BMW

Für das Berliner Projekt mit Vattenfall stellt BMW Elektro-Minis zur Verfügung. Auf der North American International Auto Show, die vom 11. bis 24. Januar 2010 in Detroit stattfindet, will der Münchner Automobilkonzern mit dem ActiveE, der auf dem 1er Coupé basiert, ein weiteres Elektroauto vorstellen. Das Fahrzeug soll als Kleinserie auf den Markt kommen.

Als Energiespeicher verfügt der ActiveE über eine Reihe von Lithium-Ionen-Akkus, die eigens von BMW und SB LiMotive, einem Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und Samsung, entwickelt wurden. Anders als die meisten Elektroautos wird der Elektro-BWM nicht über einen einzigen Akkublock verfügen. Stattdessen haben die Designer die Akkus über das Auto verteilt: Ein Teil steckt im Mitteltunnel, andere dort, wo bei den Benzinern der Motor und der Tank sitzen.

Wie konventionelle BMWs wird auch der ActiveE einen Hinterradantrieb haben, der das Fahrzeug bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h beschleunigt. Die Freude am Fahren währt mit einer Akkuladung im Schnitt 160 km. Unter optimalen Bedingungen und unter Einbeziehung der zurückgewonnenen Bremsenergie seien aber, so der Hersteller, bis zu 240 km möglich. Als Ladezeit gibt BMW rund drei Stunden an.

Vor kurzem hatte BMW bekanntgegeben, dass der Feldversuch mit wasserstoffbetriebenen Autos nicht fortgeführt wird.


Relevante Themen