Noch mehr Ärger für Intel
Nach der Europäischen Kommission und zuletzt New Yorks Generalstaatsanwalt hat nun auch die US-Wettbewerbsaufsicht FTC ein Verfahren gegen Intel eingeleitet. Intel habe seine dominante Marktposition für eine Dekade ausgenutzt, um den Wettbewerb zu ersticken und sein Monopol zu stärken, meint die FTC. Dazu habe Intel eine systematische Kampagne gegen die Konkurrenten gefahren und ihnen den Marktzugang abgeschnitten.
Intel habe vor allem überlegene Konkurrenzprodukte ausgebremst, die dem eigenen Monopol im CPU-Bereich hätten gefährlich werden können. Dazu habe Intel Computerhersteller wie Dell, Hewlett-Packard und IBM mit Drohungen dazu bewogen, keine Chips bei Intels Konkurrenten zu kaufen.
Zudem habe Intel unter Geheimhaltung Compiler so verändert, dass die damit übersetzte Software auf den eigenen Chips schneller laufe als auf denen der Konkurrenz, so die FTC. Sie wirft Intel vor, Konkurrenten wie AMD so lange ausgebremst zu haben, bis die eigenen Produkte mit denen von AMD wieder mithalten konnten. Ähnlich sei Intel später auch im Markt für Grafikchips (GPUs) vorgegangen, als diese drohten, Intels CPUs das Wasser abzugraben, heißt es in der FTC-Mitteilung weiter(öffnet im neuen Fenster).
Die US-Wettbewerbshüter äußern ausdrücklich Bedenken, Intel könnte sein Monopol mit wettbewerbsfeindlichen Methoden auch auf den Markt für GPUs ausdehnen. Entsprechend hatte sich auch schon Nvidias CEO Jen-Hsun Huang geäußert.
Um das zu verhindern und auch auf dem Prozessormarkt wieder für mehr Wettbewerb zu sorgen, will die FTC Intel Drohungen, Paketpreise und Exklusivvereinbarungen untersagen. Eine mündliche Anhörung zu dem Fall wurde für den 15. September 2010 angesetzt. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Intel den US-Kartellwächtern unter anderem seine Preisstruktur erklären will.
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