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Rationalizer von Philips: Hightech-Baldrian für Aktionäre

Neuartige Technik soll Aktionäre vor übereilten Entscheidungen warnen. Klingt wie ein Scherz, ist anscheinend aber ernst gemeint: Der niederländische Technologiekonzern Philips arbeitet mit einer Großbank an einem Sensorsystem, das aufgewühlte Aktionäre vor emotional getroffenen Spontanentscheidungen schützen soll.
/ Peter Steinlechner
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Im Überschwang der Gefühle gibt der gemeine Privatanleger ja gerne mal ein paar Millionen zu viel für Reedereiaktien aus der Schweiz aus oder verzockt Haus, Hof und Hund für Anteile an monegassischen Sparschweinfabriken. Wem Vergleichbares schon passiert ist, der kann demnächst auf Hilfe von Philips hoffen. Denn, jetzt ganz ernsthaft: Der niederländische Elektronikkonzern arbeitet gemeinsam mit der Großbank Abn Amro und der Universität Amsterdam an einem neuartigen Produkt namens Rationalizer. Das besteht aus dem Emobracelet fürs Handgelenk und dem Emobowl für den Schreibtisch. Beide messen den Gefühlszustand, den der Armreif mit sechs silberbeschichteten Fühlern anhand einer galvanischen Hautreaktion bestimmt – wie genau, ist geheim. Wenn Privataktionäre etwa Aufgrund vermeintlicher Insiderinformationen in Wallung geraten, warnt das Rationalizer-Set vor unüberlegten Handlungen.

Das Innenleben wird auf dem Emobracelet visualisiert, dessen Farbe von einem sanften Gelb über Orange bis zu Alarmrot wechseln kann. Die Anzahl von Lichtblitzen nimmt bei Gefahr ebenfalls zu – das kann kein Aktionär übersehen. Zusätzlich sollen sich die Signale des Emobracelet auf die 1.600 Dioden der Emobowl übertragen lassen. Angeblich ist durch innovative Technik sichergestellt, dass keine anderen Gefühle – etwa die dumme Sache mit der möglicherweise bevorstehenden Einweisung in eine geschlossene Anstalt – die finanziellen Entscheidungen überlagern. Falls das Produkt tatsächlich auf den Markt kommt, dann nicht vor 2012.


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