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Farbmuster und Struktur identifizieren Arzneiverpackungen

Mit der Kamera des Mobiltelefons gefälschte Medikamente entlarven. Mancher Käufer fragt sich, ob ein Arzneimittel, das er in Händen hält, echt ist oder eine Fälschung. Mit Hilfe eines vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik entwickelten Prüfverfahrens und seiner Handykamera kann er das künftig selbst überprüfen.
/ Werner Pluta
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Gefälschte Produkte schädigen die Wirtschaft und gefährden – im Falle von gefälschten Medikamenten – auch Menschen. Das Freiburger Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik (IPM) hat im Rahmen des Projekts O-Pur(öffnet im neuen Fenster) (Originäres Produktsicherungs- und Rückverfolgungskonzept) ein Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe der Käufer einfach feststellen kann, ob die von ihm gekauften Arzneimittel echt sind. Alles was er zur Überprüfung braucht, ist ein Mobiltelefon mit Kamera und Internetzugang.

Struktur macht Muster

Erkannt wird das Medikament anhand der Verpackung: Das Papier, aus dem die Verpackung besteht, weist Strukturen auf, die nur Bruchteile von Millimetern groß sind. Durch diese Strukturen wird die Druckfarbe auf jede Packung anders aufgetragen, weshalb jede Verpackung ein kaum erkennbares individuelles Muster aufweist. Bei der Produktion wird das Muster jeder Packung erfasst. Dieser digitale Fingerabdruck wird in einer Datenbank hinterlegt und in Form eines Barcodes auf die Packung gedruckt.

Hat ein Patient ein Medikament gekauft, kann er dessen Echtheit einfach überprüfen: Er fotografiert den Barcode beispielsweise mit der Kamera seines Mobiltelefons und schickt ihn an die Datenbank. Ist der Code dort hinterlegt, hat er die Gewähr, dass es sich um ein Originalprodukt handelt.

Vorteil dieses Verfahrens sei, dass nicht eigens ein Sicherheitsmerkmal aufgebracht werden müsse, sondern ein vorhandenes Merkmal genutzt werde, erklärt Dominik Giel, Mitarbeiter am Fraunhofer-IPM. Das Verfahren liefere damit "die Sicherheit quasi zum Nulltarif".

Jedes Material ist einzigartig

Das Verfahren lasse sich nicht nur bei Papier anwenden, sagt Giel. Viele andere Materialien wie Metalloberflächen, Kunststoffe oder hochwertige Naturprodukte wie Leder und Holz hätten ebenfalls individuelle Oberflächenstrukturen, anhand derer sich ein Produkt eindeutig identifizieren lasse. Es gelte, "das Einzigartige jedes Materials zu kennen und eine für den bestimmten Produktionsprozess angepasste Lösung zu finden".

Die Fraunhofer-Forscher sind nicht die einzigen, die den feinen Strukturen des Papiers auf der Spur sind: Britische und amerikanische Wissenschaftler haben im Frühjahr eine Technik vorgestellt, mit deren Hilfe sie einzelne Papierblätter erkennen können. Sie scannen das Papier, und eine Software erstellt aus dem Fasermuster einen digitalen Fingerprint. Mit diesem Verfahren könnten Dokumente, Geldscheine, Kunstwerke oder Arzneimittelverpackungen vor Fälschungen geschützt werden.


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