Intel diskutiert Prozessorpreise mit Kartellwächtern

Chiphersteller will Untersuchungen der FTC unterstützen

Zwar hat sich Intel in den privatwirtschaftlichen Auseinandersetzungen mit AMD vor kurzem geeinigt, die Wettbewerbsaufsicht in aller Welt führt jedoch weitere Untersuchungen durch. Mit der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) will Intel nun sogar seine Preisstrukturen erörtern.

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Intel Deutschland bestätigte gegenüber Golem.de eine entsprechende Meldung von Reuters. Demnach will der Marktführer bei PC-Prozessoren auch seine "Preisschemata", so ein Intel-Sprecher gegenüber Reuters, mit der FTC diskutieren. Wie Intel Deutschland weiter erklärte, führt die FTC derzeit Untersuchungen von Intels umstrittenen Geschäftsmethoden durch.

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Trotz der jahrelangen harten Auseinandersetzung mit AMD gab es gegen Intel zumindest einen Vorwurf nicht, nämlich den der Preisabsprache mit dem Konkurrenten. Solche Kartellbildungen werden vor allem in den USA hart bestraft. Stattdessen gab es aber immer wieder Kritik an Intels Bundle-Geschäften, zuletzt konkret von Nvidia.

Deren CEO Jen-Hsun Huang hatte behauptet, Intel würde den Atom-Prozessor einzeln für 45 US-Dollar verkaufen, zusammen mit dem Chipsatz aber für nur 25 US-Dollar. Damit soll Intel versucht haben, Nvidia beim Erfolg seiner Ion-Plattform zu behindern. Diese Plattform besteht aus einer Atom-CPU und dem Chip Geforce 9400M von Nvidia, der den Intel-Chipsatz ersetzt. Spötter hatten daraufhin schon vorgeschlagen, Netbook-Hersteller sollten das Intel-Bundle und den Nvidia-Chip kaufen und den Intel-Chipsatz entsorgen.

Anders als in den meisten anderen Branchen gehen Chiphersteller mit den Preisen ihrer Produkte recht freizügig um, weil der "average selling price" der Chips eine wichtige Kenngröße für Analysten ist. Daher unterhalten sowohl Intel als auch AMD öffentlich einsehbare Preislisten, die jedoch nur für eine Abnahme von je 1.000 Chips gelten - größere Mengenrabatte bei größeren Bestellungen sind üblich.

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In diesen öffentlichen Preislisten sind aber nur die Prozessoren aufgeführt, nicht etwa Chipsätze oder Netzwerkmodule. Auch einige CPUs fehlen darin stets, Intel nennt diese Produkte "off-roadmap", sie werden in der Regel nur auf Anfrage von PC-Herstellern gebaut.

Die Preislisten der Chiphersteller orientieren sich stets am Verhältnis von Preis und Rechenleistung, wobei kein noch so kleiner Schritt von einigen US-Dollar ausgelassen wird. Wann immer einer der beiden Konkurrenten ein schnelleres Produkt in einer Preiskategorie vorstellt, muss der andere seine Preise senken.

Besonders gut war dieses Wechselspiel Anfang 2009 zu beobachten: Als Reaktion auf AMDs Vorstellung des Phenom II nahm Intel massive Preissenkungen vor. AMD musste daraufhin nur zwei Wochen nach dem Marktstart des neuen Prozessors dessen Preise um bis zu 18 Prozent reduzieren.

Einen Termin für die Gespräche mit der FTC nannte Intel noch nicht, ebenso ist nicht abzusehen, ob sich durch die Verhandlungen Änderungen an der Preisstruktur ergeben.

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