Hose stoppt Säge
Jacken mit eingebauten Kopfhörern , Schuhe, die Trainingsdaten messen , oder eine Weste, die Stress erkennt – künftig wird uns Kleidung nicht nur warmhalten, sondern weitere Funktionen übernehmen. Wissenschaftler an der Universität in Bremen entwickeln derzeit verschiedene, mit Sensoren ausgerüstete Kleider für den Arbeits- und Gesundheitsbereich.
Sensoren für den Arbeitsschutz
Arbeitsschutz ist das Ziel der Projekte Horst und Glovenet. Im Rahmen des Ersteren entwickeln die Wissenschaftler eine Hose, die für Forstarbeiter gedacht ist, die eine Kettensäge benutzen. Die Hose ist mit Sensoren ausgestattet, die die Säge abschalten sollen, wenn diese dem Körper des Arbeiters zu nahe kommt. Die intelligente Hose soll nicht nur sicherer, sondern auch besser zu tragen sein als die heute eingesetzten Schnittschutzhosen, die mit mehreren Schutzlagen den Arbeiter vor der Säge schützen.
Feuerwehrleute sollen von einem intelligenten Handschuh profitieren, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Der Handschuh soll es Feuerwehrleuten im Einsatz ermöglichen, Informationen an die Einsatzleitung auch dann weiterzugeben, wenn kein Sichtkontakt besteht. Grundlage ist ein Katalog von Gesten, der in der Feuerwehr-Dienstvorschrift festgehalten ist. Die Sensoren sollen die Gesten umsetzen und die Information dann an die Einsatzleitung weitergeben, erklärt Christof Breckenfelder, der das Projekt Glovenet leitet.
Handschuh misst die Temperatur
Außerdem verfügt der Handschuh über einen Temperatursensor, mit dem der Feuerwehrmann im Einsatz erkennen kann, wie heiß beispielsweise eine Tür ist. Diese Information sei, so Breckenfelder, wichtig, um zu entscheiden, ob er die Tür einschlage oder ob es dann zu heiß für den Schutzanzug werde. Die Feuerwehren selbst wünschen sich zudem Systeme, um Einsatzkräfte, die sich nicht melden, zu orten. Das sei mit Sensoren jedoch noch immer nicht exakt möglich, sagt Breckenfelder. Allerdings verzeichneten die Bremer hier Fortschritte.
Im Projekt Chronious schließlich entsteht ein T-Shirt, das Lebensdaten und Aktivitäten von chronisch Kranken überwachen soll. "Nimmt der Patient nicht rechtzeitig seine Medikamente ein oder nicht genug Flüssigkeit zu sich, erhält er eine Warnung – etwa über eine drahtlose Verbindung zu einem digitalen Fernseher" , sagt Michael Lawo, der die Arbeitsgruppe Künstliche Intelligenz (AG KI) im Technologie-Zentrum Informatik (TZI) der Bremer Universität leitet. Außerdem soll das intelligente Hemd bei Auffälligkeiten den Hausarzt über Internet oder Mobiltelefon benachrichtigen.