Hausdurchsuchungen und Verhaftung bei HP in Deutschland (U.)
Mehrere Landeskriminalämter haben Durchsuchungen in verschiedenen Hewlett-Packard-Büros in Böblingen und in Dornach durchgeführt. HP-Europa-Sprecherin Anette Nachbar gab gegenüber Golem.de an, dass es bei HP in der vergangenen Woche Durchsuchungen in verschiedenen Standorten in Europa gegeben habe. "Die Durchsuchungen fanden in der letzten Woche in Europa, nicht nur in Deutschland statt", sagte Nachbar.
Dabei wurde auch der frühere Chef der HP-Sparte International Sales Europe (ISE) verhaftet. Den Namen des Verhafteten wollte die Konzernsprecherin nicht nennen. Es war ein früherer Geschäftsführer der ehemaligen HP-Gesellschaft, die seit geraumer Zeit nicht mehr existiere. Der Verhaftete sei nun an anderer Stelle bei HP tätig, hieß es weiter.
Zum 1. Mai 2007 löste HP seine bisherige Region International Sales Europe (ISE) auf. "An ihre Stelle treten die neu formierten Regionen Central & Eastern Europe (CEE) und Middle East, Mediterranean & Africa (MEMA)", gab das Unternehmen im April 2007 bekannt. ISE umfasste 99 verschiedene Länder der Welt. Die Aufsplittung in zwei Regionen sei erfolgt, um sich stärker zu fokussieren, begründete der US-Konzern die Umstrukturierung.
HP unterstütze die Ermittlungsbehörden in vollem Umfang, sagte Nachbar. Auch der verhaftete Mitarbeiter sei "sehr kooperativ". HP habe sehr hohe Standards in Bezug auf die Geschäftsgrundsätze, betonte sie. Zu den Gründen der Durchsuchung wollte sich die Sprecherin nicht äußern und verwies an die ermittelnden Behörden.
Nachtrag vom 7. Dezember 2009, 16:21 Uhr:
Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, die die Ermittlungen führt, sagte Golem.de, dass HP nicht Beschuldigter, sondern Geschädigter sei. "Einige Personen sollen die Firma geschädigt haben. Wir ermitteln gegen zehn Personen, davon haben wir drei jetzt in Haft genommen", erklärte der Sprecher weiter.