Telekom verliert Mitglied ihres Führungstrios

Die Deutsche Telekom verliert ein Mitglied ihres Führungstrios. Der für das Tagesgeschäft zuständige COO Hamid Akhavan wechselt in den Chefsessel von Siemens Enterprise Communications (SEN). Das gab das Unternehmen, das Siemens zusammen mit dem US-Finanzinvestor Gores führt, bekannt.
Die Telekom hat die Personalie bestätigt, betont aber, dass Akhavans Weggang vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrates erst zum Februar 2010 erfolgen könne. Das Kontrollgremium werde das Thema in seiner Sitzung am 17. Dezember 2009 behandeln.
Akhavan soll mit seinem Machtverlust nach der Umorganisation der Telekom unzufrieden gewesen sein. Er begründete seinen Weggang nicht, der Wechsel sei aus persönlicher Sicht "überaus spannend" , hieß es lediglich. Einen Karrieresprung bedeutet der Weggang zu SEN nicht: Die Firma ist ein Sanierungsfall und macht nur 3,2 Milliarden Euro Umsatz, die Telekom erzielte dagegen 61,7 Milliarden Euro. Akhvan-Vorgänger Mark Stone betonte denn auch, überaus froh zu sein, "dass eine derartig respektierte und einflussreiche Branchengröße wie Hamid Akhavan sich entschieden hat, als CEO zur SEN Group zu kommen." Siemens-Finanzchef Joe Kaeser sagte, dass Akhavan die ideale Besetzung für SEN sei.
Acht Jahre war Akhavan in verschiedenen Führungspositionen der Telekom tätig. Konzernchef René Obermann betonte, dass es zu den Verdiensten des im Iran geborenen US-Bürgers gehöre, Pionierarbeit für das offene mobile Internet im Jahre 2005 und das Next Generation Mobile Network (NGMN) geleistet zu haben. Akhavan hat Elektro- und Computerwissenschaften studiert und hat in den Fächern Masterabschlüsse am Massachusetts Institute of Technology (MIT).