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Angespielt: Star Trek Online - Alarm im All

Im Onlinerollenspiel bekommen Trekker als Captain ihr eigenes Raumschiff. Der Weltraum, unendliche Weiten - und so weiter: In Star Trek Online können PC-Spieler ab Februar 2010 erstmals das Universum von Kirk, Picard und Sisko auf eigene Faust erkunden. Golem.de ist schon mal in die Sternenflottenuniform gestiegen, hat den Anfang des galaktischen Abenteuers angespielt und sich im Videointerview mit dem Produzenten unterhalten.
/ Peter Steinlechner
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Okay, wahrscheinlich kommt es nicht so, aber: Sollte sich die Zeitreise aus dem vierten Star-Trek-Spielfilm(öffnet im neuen Fenster) demnächst ereignen, dann gibt es ein Paradoxon. Falls Kirk, Spock und Pille tatsächlich in der Gegenwart auf dem Planeten Erde ankommen, können die Helden aus der Enterprise nicht nur in Computermäuse reden, sondern auch ihre eigene Welt als Onlinerollenspiel erkunden. In Star Trek Online , das derzeit bei Cryptic Games entsteht, dürfen echte wie virtuelle Trekker mit ihrem eigenen Raumschiff durchs All sausen, die Borg unter Beschuss nehmen und Klasse-M- und andere Himmelskörper erkunden. Das Programm befindet sich kurz vor Fertigstellung, Golem.de konnte gemeinsam mit dem Produzenten Andy Velasquez eine Betaversion anspielen.

Bevor der erste Phaserschuss zischt, muss der Spieler in Star Trek Online im Zuge der Charaktergenerierung sein Alter Ego bestimmen. Erst hat er die Wahl zwischen einem Ingenieur, einem Wissenschaftler - der sich besonders mit Raumschiffen auskennt - sowie einem Taktiker, der etwas effizienter kämpft. Anschließend bestimmt der Spieler, ob er als Mensch, Andorianer, Bajoraner oder mit einer anderen Rasse antritt - sie muss nur zur Sternenflotte passen. Wer als Klingone durchs All ziehen möchte, kann dieser Fraktion erst später beitreten. Bei der Charaktergenerierung lassen sich außerdem eine Reihe von Skills aussuchen, mit denen sich Werte etwa im Hinblick auf das Manövrieren im All bestimmen lassen. Dann sucht der Spieler noch einen Namen für sich und sein Schiff aus - und steht dann wenig später als Ensign auf der Brücke eines Raumschiffs.

Dabei handelt es sich um die USS Khitomer, die gerade ein Problem hat: Die Borg greifen an. Überall in den Gängen befinden sich Drohnen, und der Spieler muss die Attacke abwehren. Das geschieht, indem der Spieler vom Computer durch ein paar Einrichtungen wie Maschinenraum und Beam-Station gescheucht wird und dabei teils allein und teils mit KI-Kameraden gegen das nicht sonderlich aggressive Kollektivvolk vorgeht - ein paar Schüsse mit dem Phaser lösen fast jedes Problem. Spieler sehen ihren Charakter aus der Schulterperspektive, die Steuerung geht unkompliziert und folgt den gängigen Standards. Nett sind einige grafische Details wie geskriptete Kämpfe hinter Schutzschirmen und die "trekkige" Atmosphäre.

Deutlich anders laufen die Einsätze ab, in denen der Spieler später als Captain auf seinem eigenen Schiff das Sagen hat. Dann lenkt er dessen Kurs etwa in einer Raumschlacht mit einer Kombination aus Keyboard und Maus, muss dabei aber auch "Oben" und "Unten" berücksichtigen - was zumindest anfangs wegen der relativen Trägheit schwerer Schiffe gar nicht so einfach ist. Die Gefechte erinnern stark an historische Seegefechte in Spielen, nur dass der Spieler statt einer Fregatte mit Segeln eben sein Raumschiff zum Feind ausrichtet und Phaser sowie Photonentorpedos abfeuert. Hier spielt Taktik eine gewisse Rolle: Zum einen lassen sich beispielsweise die Torpedos nur in einem 45-Grad-Winkel nach vorne oder hinten abfeuern, zum anderen kann der Spieler die vorhandene Schiffsenergie zwischen Schilden, Maschinen und Waffen verteilen. Abgesehen von Gefechten gibt es auch Einsätze im All, in denen der Spieler im Flottenverband fliegt und anderen Schiffen hilft, Verwundete aufnimmt oder Verstärkung zum Verbündeten beamt - was allerdings nur als Textmeldung zu sehen ist. Die Schiffe lassen sich im Spielverlauf mit zusätzlichen Waffen und anderer Ausrüstung ausstaffieren.

Star Trek Online lässt den Spieler anhand einer offenen Handlung leveln, die allerdings Freiheiten und Nebenquests bieten soll. Die Missionen spielen sowohl im All als auch auf Monden und Planeten aller Art - von Pflanzenparadiesen bis hin zu Sandwüsten ist ein breites Spektrum geplant. Die meisten Einsätze soll der Spieler wahlweise zusammen mit seiner computergesteuerten Besatzung oder mit Freunden absolvieren können. Davon abgesehen gibt es die genretypischen MMORPG-Einrichtungen wie Auktionshäuser sowie allerlei Geschäfte.

Derzeit arbeitet Cryptic noch unter Hochdruck an dem Programm - nur wenige Tage nach der Möglichkeit, Star Trek Online anzuspielen, hat Publisher Bandai-Namco eine lange Liste mit Veränderungen und Verbesserungen nachgereicht. Der Titel soll nach aktuellem Stand am 5. Februar 2010 für Windows-PC erscheinen.


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