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Iranische Behörden schalten Internetzugang ab

Keine technischen Ursachen für Internetprobleme in Teheran. Vor dem heutigen Tag der Studenten, an dem iranische Studenten im Gedenken an blutige Demonstrationen im Jahr 1953 auf die Straße gehen, haben die Behörden den Internetzugang in Teheran stark eingeschränkt. Zeitweise war das Internet ganz abgeschaltet – offensichtlich aus Angst vor erneuten Protesten.
/ Werner Pluta
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Die iranischen Behörden haben vor dem heutigen Tag der Studenten den Internetzugang beschränkt, berichtet der arabische Fernsehsender Al Jazeera(öffnet im neuen Fenster). Gleichzeitig erhielten westliche Journalisten Arbeitsverbot.

Keine technisch bedingten Ausfälle

Am Wochenende war der Internetzugang in der Hauptstadt Teheran nur sehr langsam und teilweise komplett gesperrt. Technische Ursachen schlossen Informanten der Nachrichtenagentur AFP aus. Die Einschränkungen des Internetzugangs gingen auf eine Entscheidung der Behörden zurück.

Verschiedene oppositionelle Webseiten hatten Studenten dazu aufgerufen, sich heute nahe dem Campus der Universität von Teheran zu versammeln. Die Behörden haben jedoch klargemacht, dass sie keine Demonstrationen dulden wollen. In den vergangenen Tagen wurde schon eine Reihe von Menschen verhaftet.

Ausländische Journalisten wurden von den Behörden per SMS darüber benachrichtigt, dass ihre Arbeitserlaubnis vorübergehend außer Kraft gesetzt ist und dass sie bis einschließlich Mittwoch in ihren Büros bleiben sollen.

Die Behörden befürchten offensichtlich eine Wiederholung der Proteste im Sommer, als tausende Menschen auf den Straßen Teherans gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadineschad protestierten. Sie berichteten im Internet über die Demonstrationen und das gewalttätige Vorgehen der Polizei.

Wahlkampf über Facebook

Schon im Wahlkampf hatte das Internet eine wichtige Rolle gespielt: Die Anhänger des Kandidaten Mir Hussein Mussawi organisierten den Wahlkampf über das Internet, vor allem über das soziale Netz Facebook. Der Erfolg der Kampagne – so kamen beispielsweise 20.000 Anhänger zu einer Wahlkampfveranstaltung Mussawis in einem Teheraner Stadion – veranlasste die Behörden dazu, den Zugang zu Facebook zu sperren, allerdings nur für wenige Tage.

Der Tag der Studenten erinnert an die Studentenproteste vom 7. Dezember 1953 anlässlich des Staatsbesuchs des damaligen US-Vizepräsidenten Richard Nixon, bei denen drei Studenten von der Polizei erschossen wurden. Die Studenten demonstrierten gegen den von den USA im Sommer 1953 inszenierten Staatsstreich, bei dem der Premierminister Mohammad Mossadegh gestürzt wurde. Seit den 90er Jahren nutzt die Opposition diesen Tag immer wieder zu Protesten gegen das aktuelle Regime.


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