THQ: Erst Entlassungen, jetzt neues Entwicklungsstudio
Unter Brancheninsidern galt THQ noch im Frühjahr 2009 als möglicher Pleitekandidat: Da musste das Unternehmen massive Verluste verzeichnen und kündigte nach einer Welle von Studioschließungen im Vorjahr weitere Stellenstreichungen an. Rund 600 Mitarbeitern, rund 24 Prozent der Belegschaft, sollte gekündigt werden. In der Zwischenzeit hat THQ mit dem Kampfsportspiel UFC 2009 Undisputed einen Bestseller gelandet und will jetzt die Entwicklerressourcen wieder kräftig erhöhen. Im kanadischen Montreal soll ein neues Studio entstehen, das in den nächsten fünf Jahren auf bis zu 400 Mitarbeiter anwachsen soll – die langfristig beschäftigt werden, so THQ in einer Mitteilung.
Das neue Studio soll die größte hauseigene Spieleschmiede werden. Es entsteht mit finanzieller Unterstützung, insbesondere durch Steuererleichterungen, des Staates Quebec. Dort haben bereits eine Reihe anderer Publisher große Studios aufgebaut, unter anderem Eidos und Ubisoft.
Dass die kanadischen Subventionen zunehmend zum Problem für amerikanische Entwickler werden, hat am Wochenende der EA-Chef John Riccitiello bestätigt. Seinen Angaben nach sind zu hohe Kosten der Hauptgrund für die Schließung der Pandemic Studios – letztes Projekt: Saboteur – in Los Angeles gewesen. Laut Riccitiello sind die Kosten pro Mitarbeiter in Kalifornien zwei- bis dreimal so hoch wie in England, Osteuropa, China – oder in Montreal.