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Airscript - tragbare Untertitel für Musicals und Opern

Publikum wird über Funk mit Übersetzungen beliefert. Opernhäuser und Theater können mit Airscript künftig ihren Besuchern auch Echtzeituntertitel in mehreren Sprachen anbieten. Dazu erhalten die Zuschauer ein tragbares Gerät, das über WLAN angesteuert wird.
/ Christian Klaß
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Airscript wurde von der Altran(öffnet im neuen Fenster) -Tochter Cambridge Consultants(öffnet im neuen Fenster) entwickelt und von Show Translations(öffnet im neuen Fenster) vermarktet. Das System soll Musicals, Opern und Theateraufführungen verständlicher machen können – sei es, weil der Gesang schwer verstanden wird, der Zuschauer der Sprache nicht mächtig oder hörgeschädigt ist.

Die Untertitel werden auf einem mobilen Gerät dargestellt, das etwa die Größe eines tragbaren Navigationssystems aufweist. Die Bedienung soll einfach gehalten sein, komplexe Menüs gibt es nicht. Es muss lediglich die Sprache gewählt werden – der Rest läuft dann automatisch.

Die Geschwindigkeit der Untertitel wird durch die Bühnencrew gesteuert, damit sie synchron zur Handlung auf der Bühne gezeigt werden. Die größte Herausforderung bei der Entwicklung von Airscript soll deshalb die zeitgleiche drahtlose Ansteuerung von über 100 Geräten gewesen sein.

Die Mehrsprachigkeit soll einer der Hauptvorteile im Vergleich zu Bildschirmen oder Projektionsflächen neben oder über der Bühne sein. Diese könnten Show Translations zufolge auch für Zuschauer irritierend sein, die keine Untertitel oder Übersetzungen wünschen.

Sitznachbarn sollen durch die vielen Bildschirme möglichst wenig gestört werden. Einerseits durch die Wahl der Panels, anderseits durch eine zentrale Regelung der Leuchtstärke. Sie kann mit der Saalbeleuchtung synchronisiert werden. Ein Problem dürfte aber prinzipbedingt bestehen bleiben: Wer auf das Gerät blickt, muss den Blick von der Bühne abwenden.

Als zusätzliche Einnahmequelle kann vor und nach der Vorführung sowie in Pausen Werbung auf den Airscript-Mobilteilen eingeblendet werden. Zwischen den Aufführungen werden die internen Akkus in einer eigenen Station geladen. Die Akkus sollen über die Lebenszeit der Geräte nicht ausgetauscht werden müssen.

Seinen ersten Einsatz findet das Airscript-System seit Ende November 2009 bei der Aufführung des Musicals Hairspray im Londoner Shaftesbury Theatre. Mittlerweile ist auch das Beatrix Theatre im niederländischen Utrecht hinzugekommen, dort wird Joseph and the Amazing Technicolour Dreamcoat mit Airscript-Untertitelung aufgeführt. Zu den Untertitelsprachen zählt jeweils auch Deutsch.


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