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Micron-SSD mit 6-GBit-SATA soll über 300 MByte/s erreichen

Schneller als Intels Postville-SSDs. Im ersten Quartal 2010 will Micron seine SSD-Serie C300 ausliefern. Das Unternehmen zeigte die Geräte bereits mit Standardbenchmarks und konnte dabei die beliebten Intel-SSDs deutlich schlagen. Als Controller kommt auf den Laufwerken ein bisher unbekannter Chip von Marvell zum Einsatz.
/ Nico Ernst
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Bisher gelten Intels SSDs mit 34-Nanometer-Flash und bis zu 160 GByte Kapazität als Desktoplaufwerke als das Maß der Dinge. Sie erreichen Schreibraten von bis zu 70 MByte/s und können Daten mit 250 MByte/s lesen. Insbesondere die Leserate ist aber durch die SATA-Schnittstelle mit maximal 3 Gigabit pro Sekunde begrenzt. Intel erreicht die hohen Geschwindigkeiten durch einen selbst entwickelten Controller mit zehn Kanälen, der ebenso viele Flash-Chips direkt anspricht.

Auf der "RealSSD C300" von Micron kommt nach den bisher veröffentlichten Bildern ein Controller von Marvell zum Einsatz, der die Beschriftung "88SS9174" trägt. Es dürfte sich um einen neuen Baustein handeln, auf den Marvell-Seiten(öffnet im neuen Fenster) ist er noch nicht zu finden, Micron macht zur Technik des Laufwerks nur wenige Angaben.

Auf den Fotos vom Innenleben der Laufwerke ist jedoch neben 16 Flash-Chips in MLC-Bauweise und dem Controller noch ein weiterer Baustein zu sehen, bei dem es sich um einen Cache handeln dürfte. Auch dessen Bezeichnung "9UB12D9HXW" findet sich noch nicht unter den Micron-Produkten(öffnet im neuen Fenster). Die Verwendung eines großen DRAM-Caches von 512 MByte bis 2 GByte wird derzeit in der SSD-Branche heiß diskutiert, um noch mehr Leistung zu erreichen. Bisher verfügen die Controller selbst nur über kleine interne Caches, Logik für die sinnvolle Ansteuerung externer DRAM-Bausteine fehlt ihnen.

Dass die C300 6-GBit-SATA beherrscht, hat Micron jedoch schon bestätigt und auch die Unterschiede zwischen den beiden Schnittstellen in einem Video vorgeführt. Verwendet wurden dabei zwei identische PCs mit Intels Core 2 Duo E8500 (3,16 GHz) und X48-Chipsatz samt dessen Onboard-Schnittstellen für 3-GBit-SATA. Micron zeigt darin sein Produkt im Vergleich mit "der 160-GByte-SSD des führenden Konkurrenten" – also der Postville-SSD von Intel.

Zuerst führt Micron in dem Clip die HDD-Suite von PC Mark Vantage vor, und zwar mit 3-GBit-SATA. Die Laufwerke von Intel und Micron liegen dabei mit 35.038 zu 36.720 Punkten sehr dicht beisammen. Das ändert sich, wenn ein 6-GBit-Controller auf einer PCIe-Karte verwendet wird: Dann sind es 34.312 zu 45.277 Punkten, die Micron-SSD ist also knapp 30 Prozent schneller.

Für eine Messung des theoretischen Durchsatzes verwendete Micron den älteren Benchmark ATTO. Bei 8 Kilobyte großen Blöcken konnte die RealSSD C300 dabei rund 230 MByte pro Sekunde schreiben und 370 MByte/s lesen. Die Intel-SSD kam nur auf 100 und 260 MByte/s beim Schreiben beziehungsweise Lesen.

Wenn sich derartige Werte auch bei Seriengeräten und mit moderneren Tests erreichen lassen – die IOPs beispielsweise gab Micron noch nicht an -, könnte die neue SSD tatsächlich wie vom Hersteller versprochen das schnellste Desktoplaufwerk im 2,5-Zoll-Format werden. Preise nannte Micron noch nicht, die Serienfertigung soll auch erst im ersten Quartal 2010 starten, ab sofort soll es aber Musterstückzahlen geben.

Die RealSSD C300 will Micron mit 128 und 256 GByte Kapazität anbieten, und zwar sowohl als 2,5-Zoll-Laufwerk als auch im 1,8-Zoll-Formfaktor. Das macht sie auch für Subnotebooks interessant. Fraglich ist nur, ob PC-Hersteller dafür auch die bisher nötigen externen Controller für 6-GBit-SATA in mobilen Rechnern verbauen wollen: Bisher gibt es keinen Chipsatz, der die neue Schnittstelle unterstützt.


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