Spieletest: Lego Indiana Jones 2 - staubige Klötzchen


Meist reicht es, mit einfachem Knopfdruck auf die Kontrahenten einzuhauen, Bauklötze einzusammeln und von Zeit zu Zeit etwas Gehirnschmalz zum Öffnen neuer Bereiche zu investieren. Da muss mal ein Schlüssel gefunden, dann wieder eine Brücke aus Bausteinen gebaut werden. Die Änderungen liegen im Detail: Es gibt etwa keinen zentralen Startraum mehr für die einzelnen Level – die neuen Abenteuer vermitteln nun verstärkt das Gefühl von spielerischer Freiheit.
Altbekannt sind dafür die Stärken des Spiels: etwa der ständige Begleiter, den wahlweise die KI oder im Koopmodus ein Freund steuert. Im direkten Vergleich zum Vorgänger gibt es allerdings weniger Aufgabenstellungen, bei denen Teamwork gefragt ist – schlecht für Knobelfreunde, aber gut für ungeduldige Naturen, weil die nicht mehr so häufig auf die KI warten müssen. Stichwort KI: Sie wurde spürbar verbessert. Es gibt insgesamt seltener Massenschlägereien, dafür oft etwas kniffligere Gegner, bei denen der Einsatz der Peitsche auch immer auf kreative Art und Weise gefragt ist.
Wieder einmal vorzüglich ist der Humor. Vor allem für Kenner und Fans der Filme ist es äußerst sehenswert, wie bekannte Szenen und Charaktere durch den Kakao gezogen werden, Schurken plötzlich zu tanzen anfangen oder mit skurrilen Dialogen überraschen. Technisch hingegen liegt die Betonung erneut auf liebevoll, nicht auf beeindruckend – da hätte über die Jahre seit dem ersten Lego-Spiel mehr passieren können.
Eine wirkliche Neuerung ist der Editor, mit dem sich eigene Areale designen lassen. Der lässt in Umfang und Bedienbarkeit zwar noch einige Wünsche offen, ermöglicht aber zumindest in den unterschiedlichen Filmszenarien das Erstellen von Außen- und Innenlevels, die sich auch gleich ausprobieren lassen. Schade: Es gibt keine Möglichkeit, die aufgepeppten oder komplett selbst gebauten Welten online zur Verfügung zu stellen und mit anderen Spielern zu teilen.
Lego Indiana Jones 2 ist für Playstation 3, Xbox 360, Windows-PC, Nintendo Wii und DS und sowie für PSP erhältlich und kostet je nach Plattform zwischen 40 und 60 Euro. Auf Windows-PC setzt das Programm eine CPU mit 1,8 GHz voraus sowie 512 MByte RAM unter XP und 1 GByte unter Windows Vista und 7. Die Grafikkarte muss über 256 MByte RAM verfügen und DirectX 9.0c unterstützen. Das Spiel hat eine USK-Einstufung ab zwölf Jahren erhalten.
Fazit
Spielbarkeit und Humor wissen zu überzeugen, insgesamt bröckelt aber der Putz in der Lego-Welt – es wird spürbar Zeit für neue Ideen und Spielelemente. Der Editor ist ein Schritt in die richtige Richtung, lässt aber noch Raum für Verbesserungen. Indiana-Jones-Fans werden trotzdem ihren Spaß haben, aber wer bereits Titel aus der Lego-Reihe besitzt, verpasst nichts, wenn er diesen Titel links liegen lässt.