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Blender 2.5 Alpha 0 - äußerlich und innerlich anders

Neue Blender-Generation soll Mitte 2010 fertig sein. Die Blender Foundation hat eine erste Alphaversion (Alpha 0) der neuen Entwicklerserie Blender 2.5 veröffentlicht. Sie bringt zahlreiche grundlegende Veränderungen an der 3D-Software mit und soll zu der stabilen Version 2.6 führen, die für Mitte 2010 geplant ist.
/ Jens Ihlenfeld
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Die Blender-Entwickler arbeiten bereits seit 2007 an Blender 2.5, die aktuelle Alpha 0 ist aber die erste veröffentlichte Testversion der neuen Blender-Generation. Sie enthält einige wirklich grundlegende Veränderungen, was auch ein neues Userinterface einschließt.

Die offensichtlichste Änderung in Blender 2.5 ist das überarbeitete GUI(öffnet im neuen Fenster) . Eine neue Fensterverwaltung sorgt dafür, dass Veränderungen an Fenstern unabhängig funktionieren und in Echtzeit umgesetzt werden, auch während Animationen ablaufen. Fenster können beliebig aus dem Hauptfenster entfernt und ihrerseits mit Werkzeugen bestückt werden, so dass es auch mehrere parallele Hauptfenster geben kann. Auch der Editor für Eigenschaften wurde neu gestaltet, der Dateibrowser umgebaut und die Bedienelemente mit einem neuen Design versehen. Dabei wird das gesamte GUI mit Python-Scripten erzeugt, die Nutzer auch individuell anpassen können.

Die Bedienung von Blender 2.5 ist komplett über Tastenkürzel(öffnet im neuen Fenster) möglich, die Nutzer ebenfalls individuell anpassen können. Auch Maus-Ereignisse können dabei einbezogen werden.

Einheitliche interne APIs

Intern wurde der Zugriff auf Szenendaten umgebaut: Gibt es in Blender 2.49 keine einheitliche Methode, um Szenendaten zu schreiben und zu lesen, wurde bei Blender 2.5 ein Data-API(öffnet im neuen Fenster) , RNA genannt, eingezogen, auf das alle Werkzeuge zugreifen. Das soll Komplexität und Fehler reduzieren. Zudem lassen sich daraus automatische Eigenschaftsdialoge generieren, aus Python-Scripten auf die Daten zugreifen und alle Eigenschaften animieren. Diese Animationen können in F-Kurven(öffnet im neuen Fenster) hinterlegt werden, die in sogenannten Actions gekapselt werden.

Dazu wurden auch alle Animationseditoren(öffnet im neuen Fenster) von Blender neu entwickelt und um neue Funktionen ergänzt. So teilen sich alle Editoren samt der verschiedenen Sub-Modi die gleichen internen Funktionen.

Ähnlich wurde mit dem Toolsystem(öffnet im neuen Fenster) verfahren. Auch hier wurde eine einheitliche Abstratraktionsschicht eingezogen, die beispielsweise von Tastenkürzeln und Menüeinträgen genutzt wird. Dazu muss jedes einzelne Blenderwerkzeug modifiziert und in einen sogenannten Operator umgewandelt werden.

Das Spline IK(öffnet im neuen Fenster) erlaubt es, Knochen entlang einer Kurve zu definieren, was vor allem bei der Animation von Schwänzen, Tentakeln und Wirbelsäulen sowie anorgansichen Gegenständen wie Seilen von Vorteil sein soll.

Partikelsystem, schnelleres Raytracing und besseres Bump-Mapping

Blender 2.5 bringt zudem einen neuen Rauchsimulator(öffnet im neuen Fenster) mit, der auf Wavelet Turbulence zur Simulation von Flüssigkeiten setzt. Das Ergebnis wird als Voxel-Grid ausgegeben und in Blenders 3D-Ansicht mit OpenGL-Shadern und Voxel-Texturen angezeigt. Auch das Partikelsystem(öffnet im neuen Fenster) wurde überarbeitet und soll nun interaktiver und einfacher zu manipulieren sein. Gleiches gilt für Kraftfelder.

Auch Volumenmaterialien(öffnet im neuen Fenster) unterstützt Blender mit der Version 2.5. Gedacht sind diese zum Rendern von Gasen, Rauch, Wolken und Feuer.

Im Rahmen eines Google-Summer-of-Code-Projekts entstand zudem ein neues System zur Beschleunigung von Raytracing(öffnet im neuen Fenster) , das in Blender 2.5 integriert wurde. Es unterstützt die Instanzierung von Objekten, so dass diese beliebig oft verwendet werden können, ohne dass der Speicherbedarf drastisch steigt. Zudem soll das neue System ein Vielfaches schneller sein als das bisher verwendete.

Verbessert wurde auch das Bump-Mapping in Blender. Neue Filteroptionen wie der Elliptically Weighted Average (EWA) wurden hinzugefügt, was zu klareren Resultaten mit weniger Artefakten und Moiré-Mustern führen soll. Auch gibt es eine erste Unterstützung von Tiefenschatten (Deep Shadow).

Mit der Blender 2.5 Alpha 0 steht Blender erstmals auch in einer 64-Bit-Version für Mac OS X bereit, wobei Blender nun auch auf Cocoa setzt. Die freie 3D-Software steht unter blender.org(öffnet im neuen Fenster) zum Download bereit und wird auch im Durian-Projekt eingesetzt, in dessen Rahmen ein neuer mit Blender erstellter Film entsteht, der zugleich zum Ausprobieren neuer Funktionen dient.


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