US-Verlage planen digitalen Kiosk
Mehrere Verlage in den USA planen nach Informationen der Wochenzeitung New York Observer(öffnet im neuen Fenster) einen Online-Zeitschriftenkiosk. An dem Projekt beteiligt seien die größten US-Zeitschriftenverlage Hearst, Time und Condé Nast.
Zentrale Vertriebsplattform
Ziel sei der Aufbau eines Angebots, über das die Verlage ihre Publikationen zentral für verschiedene Plattformen vertreiben können, sagten Mitarbeiter, die namentlich nicht genannt werden wollten. Die Verlage wollten einheitliche Formate entwickeln, damit ihre Zeitschriften auf verschiedenen E-Book-Readern ebenso wie auf dem iPhone , dem Blackberry und anderen mobilen Geräten gelesen werden können. Condé Nast entwickelt bereits eine Ausgabe des Technologie-Magazins Wired für E-Book-Reader , die in der Gestaltung der gedruckten Ausgabe entspricht.
Vorbilder für den digitalen Zeitungskiosk könnten Apples iTunes Store und das Videoangebot Hulu sein. Letzteres ist ein Joint Venture mehrerer US-Fernsehstation, die zu konkurrierenden Medienunternehmen gehören. Die Teilhaber bieten über die Plattform kostenpflichtig Fernsehsendungen und Kinofilme als Videostream an.
Start in den kommenden Wochen
Das neue Angebot soll, so der New York Observer, in den kommenden Wochen an den Start gehen. Interimschef des Unternehmens soll demnach John Squires, ehemaliger Vizechef von Time, werden.
Derzeit suchen Verleger von Printprodukten nach Möglichkeiten, über Werbung hinaus Geld mit ihren Produkten zu verdienen. Wichtige Befürworter von Bezahlinhalten sind der australische Medienunternehmer Rupert Murdoch , der kürzlich angekündigt hat, die Seiten seiner Medien gegen Google und andere Nachrichtenaggregatoren zu sperren und gleichzeitig die Angebote kostenpflichtig zu machen, sowie Mathias Döpfner, Chef des Springer-Verlages. Der Verlag in Berlin bietet die Inhalte der Angebote Bild.de und Welt.de auf dem iPhone künftig nur noch als kostenpflichtige Applikation an.