Zahl der Informatik-Studierenden wächst - aber nicht genug
Gesellschaft für Informatik trotz Zuwachs unzufrieden
35.947 Studienanfänger bei der Informatik bedeuten zwar einen Zuwachs um 4 Prozent. Doch die Gesellschaft für Informatik ist mit der Steigerung unzufrieden und fordert, Informatik ab der Sekundarstufe in der Schule zu lehren.
Die Gesellschaft für Informatik (GI) ist mit der Steigerung der Zahl der Studienanfänger unzufrieden. "Wir begrüßen, dass sich wieder mehr junge Leute für ein Informatikstudium entschieden haben", sagte GI-Präsident Stefan Jähnichen. Dennoch seien es im Vergleich zur Gesamtzahl der Erstsemester noch immer zu wenige Einsteiger in der Informatik. "Es hat sich gezeigt, dass selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gut ausgebildete Informatiker nach wie vor hervorragende Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben, und dies wird bei entsprechender Schwerpunktsetzung im Studium auch so bleiben", so Jähnichen.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sprach dagegen von "deutlichen Steigerungen" bei den Studienanfängern in der Informatik. "In Deutschland gibt es so viele Studienanfänger wie nie", rechnete Schavan vor.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) vom 25. November 2009 nahmen im Sommersemester 2009 und Wintersemester 2009/2010 insgesamt rund 423.400 Erstsemester ein Studium an Hochschulen in Deutschland auf. Davon waren 50 Prozent oder 210.800 Frauen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist damit die Zahl der Erstsemester insgesamt um knapp 7 Prozent gestiegen. An den Universitäten immatrikulierten sich 5 Prozent mehr Studienanfänger, an den Fachhochschulen erhöhte sich deren Anzahl um 9 Prozent.
35.947 Menschen schrieben sich erstmalig im Studienbereich Informatik ein, was einem Plus von 4 Prozent entspricht, sagte ein Destatis-Sprecher Golem.de. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres nahmen 34.511 angehende Informatiker ihr Studium auf. 2007 waren es nur 31.017.
Die Gesellschaft für Informatik will das Studium und die Ausbildung in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) attraktiver machen und fordert von den Bildungsministerien der Länder, MINT-Unterricht ab der Sekundarstufe durchgängig anzubieten.
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