Infineon erwartet keine Übernahme durch Samsung

Unternehmenskreise: "Da steht nichts an"

Trotz Gerüchten an der Börse wird in der Münchener Zentrale des Chipherstellers Infineon kein Kaufangebot aus Südkorea erwartet. Das erfuhr Golem.de aus Unternehmenskreisen.

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Infineon erwartet keine Übernahme durch den übermächtigen südkoreanischen Konkurrenten Samsung. Das erfuhr Golem.de aus dem Unternehmen. Offiziell hieß es von Infineon-Sprecher Kay Laudien: "Wir kommentieren keine Marktgerüchte."

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Spekulationen über ein Übernahmeangebot von Samsung hatten den Wert der Infineon-Aktie am 24. November 2009 steigen lassen. Das Wertpapier ging mit einem Plus von 2,2 Prozent aus dem Handel. Der weltgrößte Speicherchiphersteller Samsung ist Kunde bei Infineon.

Bei dem deutschen Chiphersteller hieß es: "Gehen Sie mal davon aus, dass an den Übernahmegerüchten nichts dran ist. Da steht nichts an."

Eine Übernahme Infineons durch die Südkoreaner wäre bestimmten Regeln unterworfen. Sobald ein ausländischer Investor seinen Aktienbesitz an Infineon auf über 24,9 Prozent erhöht, würde sich die Bundesregierung auf Grundlage des Außenhandelswirtschaftsgesetzes einmischen. Wenn der Besitz 29,9 Prozent überschreiten würde, ginge dies mit einer Offerte an alle anderen Aktionäre einher, um deren ausstehende Aktien auch noch zu kaufen." Infineon ist über Kursgewinne, die auf ausgestreuten Gerüchten basieren, nicht erfreut. Der Konzern wolle nicht in den Ruf kommen, bei der Unternehmensaktie handele es sich um ein Zockerpapier, hieß es aus Unternehmenskreisen.

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"Das ganze Gerede ist unwahr", erklärte Samsung-Sprecher James Chung der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir haben diese Möglichkeit nie geprüft." Samsung hatte 2008 angeboten, 5,85 Milliarden US-Dollar für Sandisk zu zahlen, was Sandisk als zu niedrig abgelehnt hatte. Die Übernahme kam nicht zustande.

Am 19. November 2009 hatte Infineon nach zehn Verlustquartalen wieder einen Gewinn ausweisen können und einen positiven Verlauf des neuen Geschäftsjahres angekündigt. Damit würde der angeschlagene Hersteller erstmals wieder für eine Übernahme interessant. Der Konzernüberschuss bei Europas zweitgrößtem Halbleiterhersteller lag bei 14 Millionen Euro nach einem Verlust von 763 Millionen im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Umsatz ging nach Verkäufen von Firmentrennungen um 18 Prozent auf 855 Millionen Euro zurück.

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