Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Operas mobiler Browser sperrt Websites in China

Internationale Version von Opera Mini umging Internetfilter. Opera hat eine chinesische Version von Opera Mini , des Browsers für mobile Geräte, herausgebracht. Nachteil für chinesische Nutzer ist, dass die alte, internationale Version die Internetfilter umging und es ihnen ermöglichte, Seiten aufzurufen, die ansonsten von den Behörden gesperrt sind.
/ Werner Pluta
46 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Opera hat am Wochenende die chinesischen Nutzer des mobilen Browsers aufgefordert, nicht mehr die internationale, sondern die chinesische Version von Opera Mini zu nutzen. Surfer, die dieser Aufforderung nachgekommen sind, mussten jedoch feststellen, dass sie eine Reihe von Websites, darunter auch Facebook, nicht mehr aufrufen konnten, berichtet die BBC(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf ihr Pekinger Büro.

Filter umgangen

Vor der Aktualisierung leitete Opera die Seitenaufrufe über eigene Server, die die Daten komprimieren, um Seiten schneller ausliefern zu können. Damit umging der Browser Chinas Internetfilter, die sogenannte Great Firewall. Nutzer konnten deshalb Websites aufrufen, die sonst gesperrt sind.

Die chinesische Version des Browsers nutze Server in China, bestätigte Opera. Die Vorteile seien eine größere Geschwindigkeit und niedrigere Kosten. Über die Gründe macht Opera keine Angaben. Es ist also unklar, ob die chinesischen Behörden Druck auf das Unternehmen ausgeübt haben, den mobilen Browser so zu gestalten, dass die Nutzer darüber keine Seiten mehr aufrufen können, die den Behörden nicht genehm sind.

Westliche Unternehmen sollen kooperieren

Chinas Regierung fordert von westlichen Unternehmen immer wieder, dass sie sich ihren Zensurvorgaben beugen. Google etwa entfernte Themen wie Menschenrechte, Tibet oder Taiwan aus dem Suchindex. Yahoo soll den chinesischen Behörden Nutzerdaten gegeben und so zur Verhaftung von Dissidenten beigetragen haben.

Nach Protesten haben US-Unternehmen , Menschenrechtler und Wissenschaftler im vergangenen Jahr einen Kodex für Unternehmen aufgestellt, die Geschäfte in Ländern machen, in denen Überwachung und Zensur praktiziert wird. Darin verpflichten sich US-Unternehmen, die Behörden solcher Länder bei der Beschränkung der Privatsphäre und Meinungsfreiheit nicht zu unterstützen.


Relevante Themen