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TI EZ430-Chronos - Sportuhr als Entwicklungsumgebung

Referenzdesign mit 49 US-Dollar auch für private Tüftler interessant. Texas Instruments' EZ430-Chronos ist eine komplette Entwicklungsumgebung in einer Sportuhr. Sie soll sich leicht um neue Funktion erweitern und über Funk mit Sensoren und weiterem Zubehör vernetzen lassen.
/ Christian Klaß
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Mit dem EZ430-Chronos bietet TI ein am Handgelenk tragbares Wireless-Entwicklungssystem – verpackt in die Sportuhr Chronos. Sie kann als Referenzplattform für Uhren anderer Hersteller, als Display für vernetzte, am Körper getragene Geräte oder als drahtloser Sensorknoten für die Datenfernerfassung dienen.

Es gibt drei Varianten des EZ430-Chronos, die für unterschiedliche Länder und die dort freigegebenen Funkfrequenzen gedacht sind. TIs EZ430-Chronos-433 funkt mit 433 MHz und darf weltweit eingesetzt werden, während das EZ430-Chronos-868 (868 MHz) für Europa und Indien und das EZ430-Chronos-915 (915 MHz) für Nord- und Südamerika gedacht sind.

Technische Details

Alle drei haben gemeinsam, dass in ihnen ein TI-CC430-Mikrocontroller vom Typ CC430F6137(öffnet im neuen Fenster) steckt. Er arbeitet mit einer Taktfrequenz von 27 MHz, verfügt über 32 KByte Flashspeicher und 4 KByte RAM. Der Speicher soll reichen, um bis zu 11 Stunden Daten wie etwa den Herzschlag aufzuzeichnen. Das 96-Segment-LCD wird direkt durch den CC430 gesteuert.

Als Sportuhr verfügt die Chronos selbst über verschiedene Sensoren, darunter ein 3-Achsen-Beschleunigungssensor, ein Höhenmessgerät, ein Temperatursensor und ein Sensor für die Akkuleistung. Über die Datenfunkprotokolle Simpliciti von Texas Instruments(öffnet im neuen Fenster) und Bluerobin von BM Wireless/BM Innovations(öffnet im neuen Fenster) können beispielsweise auch Daten externer Sensoren abgerufen oder mit anderen Geräten ausgetauscht werden.

Für die leichtere Entwicklung und Fehlerprüfung eigener Anwendungen enthält das Entwicklerpaket einen USB-Steckeradapter für den Anschluss an die Chronos. Die Sportuhr kann drahtlos über einen USB-Access-Point angesteuert und ausgelesen werden, auch um Uhr und Kalender zu synchronisieren.

Open-Source-Software

Einige fertige Open-Source-Anwendungen bietet TI bereits, um Herstellern die schnelle Entwicklung marktreifer Produkte zu erleichtern. Die Programmierung der Sportuhr soll mit den Tools selbst weniger erfahrenen Entwicklern leichtfallen. TI hofft darauf, dass sich eine Community um Chronos bilden wird – und hat als Anlaufpunkt ein eigenes Chronos-Wiki(öffnet im neuen Fenster) eingerichtet. Bei der Entwicklung des EZ430-Chronos hat TI unter anderem mit den Sportelektronik-Herstellern BM Innovations(öffnet im neuen Fenster) und IDT sowie dem Sensorhersteller VTI Technologies zusammengearbeitet.

Die Entwicklungsumgebung ist auch aufgrund ihres Preises für kleine Unternehmen und private Tüftler interessant: Das eZ430-Chronos Wireless Watch Development Tool(öffnet im neuen Fenster) kostet 49 US-Dollar, dafür gibt es die Referenzdesign-Sportuhr, den USB-RF-Access-Point, die USB-Hardware für Entwicklung und Debugging sowie die Software-Entwicklungstools. Ein Minischraubenzieher zum Auseinanderbauen der Uhr wird ebenfalls mitgeliefert. Die Auslieferung der für Europa relevanten EZ430-Chronos-868 soll ab dem 14. Dezember 2009 starten, das gilt auch für die EZ430-Chronos-915 für Amerika. Auf das weltweit einsetzbare Modell EZ430-Chronos-433 muss noch bis Februar 2010 gewartet werden.


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