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Blindaid: Landkarten und Lagepläne für Sehbehinderte

MIT-System ermöglicht Blinden die Nutzung von Karten

Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology haben ein System entwickelt, das es Blinden und Sehbehinderten ermöglicht, sich vorab über eine Umgebung, die sie besuchen wollen, zu informieren. Mit Hilfe eines Roboterarms und einer digitalen Karte können sie einen Raum oder ein Gebäude erkunden.

Artikel veröffentlicht am ,

Wer einen Ort aufsuchen soll, den er nicht kennt, schaut sich vorab eine Landkarte oder einen Lageplan an. Blinden und stark Sehbehinderten steht diese Möglichkeit nicht zur Verfügung. Das will ein Team des Touch Lab des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ändern: Das von ihnen entwickelte System Blindaid soll es Blinden und Sehbehinderten ermöglichen, sich vorher anhand digitaler Karten einen Eindruck eines Raums oder eines Gebäudes zu verschaffen.

Roboterarm mit Force-Feedback

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Das System beruht auf dem Gerät Phantom, das in den frühen 1990er Jahren am MIT entwickelt wurde und heute von der Ausgründung "Sensable Technologies" vermarktet wird. Dabei handelt es sich um einen Roboterarm, der in einem Stift endet. Mit dem Gerät kann der Nutzer virtuelle Objekte anfassen und verändern. Der Stift kann dem Nutzer auch eine Berührung vermitteln, indem er Kraft auf dessen Hand ausübt.

Diesen Stift funktionieren die Forscher um Mandayam Srinivasan, der das Touch Lab leitet, in einen virtuellen Blindenstock um: Das Phantomsystem ist an einen Computer angeschlossen, auf dem ein dreidimensionaler Plan eines Raums gespeichert ist. Der Nutzer erkundet dann auf dieser Karte mit dem Phantomsystem den Raum wie mit einem Blindenstock. Trifft er auf eine Wand oder ein anderes Hindernis, simuliert der Stift in der Hand des Nutzers den Widerstand. Zudem gibt es ein akustisches Signal.

Vorstellung eines Raums entwickeln

Erste Tests, die Srinivasan zusammen mit dem "Carroll Center for the Blind" in Newton im US-Bundesstaat Massachusetts durchführte, haben gezeigt, dass sich Blinde viel besser in einem Raum orientieren konnten, wenn sie diesen vorab mit dem System virtuell erkundet hatten. "Es ist ein großer Unterschied, ob man einen völlig unbekannten Ort betritt oder ob man im Geist schon eine Karte von diesem Ort hat", erklärt Srinivasan.

Um das System gut nutzen zu können, brauchten die Probanden ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen, erklärt Joseph Kolb, Mobilitätstrainer am Carroll Center. Dann könne das System einen guten Eindruck einer Umgebung vermitteln, etwa welche Form sie hat und welche Gegenstände oder Hindernisse sich darin befinden.

Mobilitätstrainer profitieren

Bei den Tests zeigte sich zudem, dass auch Mobilitätstrainer wie Kolb von dem System profitieren können. Sie können damit die Strategien besser einschätzen, die ihre Patienten anwenden, um sich zurechtzufinden.

Für Blinde und stark Sehbehinderte ist die Orientierung vor allem in unbekanntem Terrain nicht einfach. Technische Systeme, wie das von Studenten der Hochschule Darmstadt entwickelte Easee, sollen ihnen die Orientierung vereinfachen.

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