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Strom aus dem Luftstrom

Energy-Harvesting-System gewinnt Strom aus dem Fahrtwind. Wissenschaftler des City College of New York (CCNY) haben ein System entwickelt, um elektrischen Strom aus dem Fahrtwind eines Autos oder Flugzeugs zu gewinnen. Die Lichtmaschine wird das System jedoch nicht überflüssig machen können.
/ Werner Pluta
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Geht es nach Wissenschaftlern des City College of New York (CCNY), so soll Luft künftig einen Teil des Stroms für die elektrischen Systeme ins Auto oder in Flugzeuge liefern. Die Wissenschaftler um Yiannis Andreopoulos haben ein Energy-Harvesting-System(öffnet im neuen Fenster) entwickelt, das aus der Luftströmung an der Karosserie oder dem Rumpf Strom erzeugt.

Spannung durch Verformung

Die Generatoren sind etwa 2,5 cm lange Auskragungen, die am Rumpf eines Flugzeuges oder auf dem Dach eines Autos angebracht werden. Der Luftstrom verformt das herausragende Bauteil und erzeugt durch den piezoelektrischen Effekt eine elektrische Spannung an diesem Teil.

Andreopoulos und seine Kollegen haben ihre Entwicklung im Windkanal getestet. Die besten Ergebnisse erzielten sie, wenn das Gerät im Luftstrom eines Zylinders angebracht wird, da es dann in Resonanzschwingung versetzt werde. Auf dem Dach des Autos hingegen sei die Strömung turbulenter.

Nicht genug Strom für Bordelektronik

Der mit dem Energy-Harvesting-System erzeugte Strom reicht nach Angaben der Forscher nicht aus, um die gesamte Bordelektronik eines Autos oder Flugzeugs zu versorgen. Aber er könne zur Versorgung beitragen oder in einem Akku gespeichert werden. Den wiederum könnten die Insassen anzapfen und ihre mobilen Endgeräte laden.

Als Energy Harvesting wird die Versorgung eines Systems mit Energie aus seiner unmittelbaren Umgebung bezeichnet. Als Energiequellen dienen dabei beispielsweise Vibrationen in einem Stoßdämpfer , Temperaturunterschiede, Bewegungen des Körpers , des Beins oder des Kiefers – oder eben Luftströmungen.

Die Forscher wollen ihre Entwicklung diese Woche auf dem 62. Jahrestreffen(öffnet im neuen Fenster) der Division of Fluid Dynamics, einer Abteilung der American Physical Society (APS), vorstellen.


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