Ericsson bringt EDGE-Erweiterung für 1 MBit/s auf den Markt

Ericsson führt das neue Übertragungsverfahren Evolved EDGE in GSM-Mobilfunknetzen ein, mit dem schnellere Datenraten möglich werden. Der schwedische Telekommunikationsausrüster nennt die Technologie "EDGE Evolution". Auch Nokia Siemens Networks oder Nortel haben bereits Evolved EDGE angekündigt.
Das Softwareupgrade ist bei Ericsson verfügbar und kann in vorhandenen Mobilfunknetzen ohne Hardwareupgrade aufgespielt werden. Die maximalen Datenraten im Downlink steigen auf bis zu 1 MBit/s pro Zelle, gab das Unternehmen bekannt. Die mobilen Datenraten sollen gegenüber der bisherigen EDGE-Technik um bis zu 300 Prozent steigen. Bisher bietet EDGE die Möglichkeit, den Datendurchsatz im Downstream auf circa 150 KBit/s bis 200 KBit/s zu bringen.
Doch noch gibt es keine Datensticks oder Handys für Evolved EDGE. "Dazu sind neue Endgeräte nötig" , räumt Ericsson-Deutschland-Sprecher Lars Bayer im Gespräch mit Golem.de ein. "Mir ist nicht bekannt, dass bereits irgendein neues Endgerät auf dem Markt wäre." Solange die anderen großen Mobilfunkausrüster nicht nachziehen und ebenfalls Evolved EDGE anbieten, sei hier auch keine Änderung zu erwarten, so Bayer.
Der Einsatz von EDGE Evolution sei aber interessant in Ländern, in denen das Festnetz nur lückenhaft ausgebaut sei und in denen mobile Endgeräte die einzige Möglichkeit seien, aufs Internet zuzugreifen, sagte Ulf Ewaldsson, Vice President und Leiter der Ericsson-Sparte Product Area Radio: "Mit dieser Technologie können Netzbetreiber auch in solchen Ländern mobile Breitbanddienste anbieten, in denen noch gar keine 3G-Lizenzen vergeben wurden." . Das Netzupgrade werde derzeit in den Netzen europäischer und asiatischer Betreiber getestet.