Abo
  • Services:

Netzforscherin: Wir brauchen ein Google-Gesetz

Google Books: Unterschiedliche Ansprüche von Verlegern, Autoren und Lesern

Netzforscherin Jeanette Hofmann sieht das Buchdigitalisierungsprojekt von Google durchaus positiv. Doch fürchtet sie ein Monopol, strenge Regeln sollten das verhindern.

Artikel veröffentlicht am , Meike Dülffer

Zeit Online: Welche Konsequenz hätte es gehabt, wenn sich Verleger und Google nicht geeinigt hätten?

Inhalt:
  1. Netzforscherin: Wir brauchen ein Google-Gesetz
  2. Netzforscherin: Wir brauchen ein Google-Gesetz

Jeanette Hofmann: Die US-Regierung hatte ja im Vorfeld zum Ausdruck gebracht, dass sie Bedenken gegen die privat ausgehandelte Vereinbarung zwischen Google, Autoren und Verlagen hat. Aber sie hat das Projekt als solches nie in Gänze kritisiert. Ohne eine Einigung der beteiligten Parteien wäre Google Books aber womöglich auf den ursprünglichen Streitpunkt zurückgeführt worden. Zur Erinnerung: Der Rechtskonflikt drehte sich ja um die Frage, ob Googles Suchmaschinenservice auf gedruckte Bücher ausgedehnt werden darf oder ob es sich hierbei um eine Verletzung des Urheberrechts handelt.

Zeit Online: Sind denn die nun vereinbarten Zahlungen angemessen, die Google zu leisten versprochen hat?

Hofmann: Die finanzielle Seite von Google Books ist extrem kompliziert, weil die Vereinbarung viele verschiedene Formen von Zahlungen enthält. Es gibt für vergriffene Werke Zahlungen an Rechteinhaber - das sind häufig Verlage und weit weniger häufig die Autoren. Außerdem beteiligt Google die Rechteinhaber an den Erlösen, die sich aus dem Verkauf der Zugangsrechte ergeben. Für wissenschaftliche Autoren, die in akademischen Verlagen veröffentlichen, und dort in den meisten Fällen keine Honorare erhalten, sondern im Gegenteil sogar Druckkostenzuschüsse zahlen müssen, ist das ein großer Vorteil. Und ihre vergriffenen Werke werden wieder zugänglich - und das in digitaler Form und damit auf breiterer Ebene als je zuvor. Während Wissenschaftsverlage zurzeit mehr als 20 Dollar für den Download einzelner Artikel verlangen, sind die Zugangsmöglichkeiten zu Publikationen über Google Books vergleichsweise günstiger. Anders sieht es aus bei Autoren, die von ihren Werken leben. Allerdings dürfte es auch sie froh stimmen, wenn vergriffene Werke wieder zugänglich gemacht werden.

Stellenmarkt
  1. sunhill technologies GmbH, Erlangen
  2. Alfred Kärcher SE & Co. KG, Winnenden bei Stuttgart

Zeit Online: Können sich deutsche Verleger und Autoren freuen, dass sie von der aktuellen Vereinbarung ausgenommen sind?

Hofmann: Ja und nein. Ja, als es demokratische Prinzipien verlangen, dass diejenigen, die von einer Entscheidung betroffen sind, zuvor gehört und am Entscheidungsprozess beteiligt werden. Das war bei Google Books offensichtlich nicht der Fall. Nein, weil Autoren zur Kenntnis genommen und gelesen werden wollen. Google Books eröffnet als erste digitale Bibliothek die Möglichkeit, vergriffene Werke in großem Stil wieder zugänglich zu machen. Es wäre schön, wenn dies in Zukunft nicht nur angloamerikanische Texte betrifft.

Netzforscherin: Wir brauchen ein Google-Gesetz 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 34,99€

Siga234729 17. Nov 2009

Ich glaub Du hast zu viele Bahnprojekte und IT-Projekte von Regierungen falsch...

frankenfreund 17. Nov 2009

Wahnsinn! Dangge sachd der frangge ...

Siga92742424 17. Nov 2009

Also die Verlage, die fett Google-Buch-Gesetze fordern, sollten bitte mal bei den Bilder...

derDuffy 17. Nov 2009

Da ist sicher was dran. Nur sollte man sich dennoch fragen ob nicht einfach Vater Staat...

nicoledos 17. Nov 2009

sondern die Verlage, die noch aus von ihnen selbst nicht mehr verwerdeten "Altbeständen...


Folgen Sie uns
       


Fazit zu Shadow of the Tomb Raider

Wir tauchen mit Lara in der Apokalypse ab und verfassen unser Fazit.

Fazit zu Shadow of the Tomb Raider Video aufrufen
Logitechs MX Vertical im Test: So teuer muss eine gute vertikale Maus nicht sein
Logitechs MX Vertical im Test
So teuer muss eine gute vertikale Maus nicht sein

Logitech hat mit der MX Vertical erstmals eine vertikale Maus im Sortiment. Damit werden Nutzer angesprochen, die gesundheitliche Probleme bei der Mausnutzung haben - Schmerzen sollen verringert werden. Das Logitech-Modell muss sich an der deutlich günstigeren Alternative von Anker messen lassen.
Ein Test von Ingo Pakalski

  1. Logitech MX Vertical Ergonomisch geformte Maus soll Handgelenke schonen
  2. Razer Mamba Elite Razer legt seine Mamba erneut mit mehr RGB auf
  3. Logitech G305 Günstige Wireless-Maus mit langer Laufzeit für Gamer

Oldtimer-Rakete: Ein Satellit noch - dann ist Schluss
Oldtimer-Rakete
Ein Satellit noch - dann ist Schluss

Ursprünglich sollte sie Atombomben auf Moskau schießen, dann kam sie in die Raumfahrt. Die Delta-II-Rakete hat am Samstag ihren letzten Flug.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Stratolaunch Riesenflugzeug bekommt eigene Raketen
  2. Chang'e 4 China stellt neuen Mondrover vor
  3. Raumfahrt Cubesats sollen unhackbar werden

Network Slicing: 5G gefährdet die Netzneutralität - oder etwa nicht?
Network Slicing
5G gefährdet die Netzneutralität - oder etwa nicht?

Ein Digitalexperte warnt vor einem "deutlichen Spannungsverhältnis" zwischen der technischen Basis des kommenden Mobilfunkstandards 5G und dem Prinzip des offenen Internets. Die Bundesnetzagentur gibt dagegen vorläufig Entwarnung.
Ein Bericht von Stefan Krempl

  1. T-Mobile US Deutsche Telekom gibt 3,5 Milliarden US-Dollar für 5G aus
  2. Ericsson Swisscom errichtet standardisiertes 5G-Netz in Burgdorf
  3. Masterplan Digitalisierung Niedersachsen will flächendeckende Glasfaserinfrastruktur

    •  /