Versatel zieht sich aus Kampf um Privatkunden zurück

Fokus auf Geschäft mit Unternehmens- und Großkunden

Der DSL-Anbieter Versatel zieht sich aus dem Kampf um neue Privatkunden zurück und legt seinen Fokus auf das Geschäft mit Unternehmens- und Großkunden. Die sollen auch die Aufrüstung der Netze mitbezahlen. Der Konzern will seine Leitungen zudem stärker an Wettbewerber vermieten.

Artikel veröffentlicht am ,

Versatel ändert nach Umsatzrückgängen im Privatkundengeschäft die Prioritäten. "Früher lag unser Schwerpunkt auf dem Privatkundengeschäft, jetzt reagieren wir auf die ökonomischen Realitäten", sagte Alain Bandle, Chef des fünftgrößten deutschen Anbieters, dem Handelsblatt.

Stellenmarkt
  1. Senior Business Analyst*
    IKOR GmbH, deutschlandweit, remote
  2. Microsoft Office 365 & Power Platform Developer (m/w)
    Marc Cain GmbH, Bodelshausen
Detailsuche

Der DSL-Markt nähert sich der Sättigungsgrenze - die meisten Anbieter haben im abgelaufenen Quartal deutlich weniger neue Kunden gewonnen als bisher. "In dieser Marktphase geht es nur noch darum, Wettbewerbern Kunden abzujagen. Wir haben bei hohen Kundengewinnungskosten kein Interesse daran", sagte Bandle.

Stattdessen will er das weit verzweigte Netz von Versatel stärker als bisher an Wettbewerber vermieten. Dabei hat er vor allem die Mobilfunker im Auge. "Wir sehen bei Mobilfunknetzbetreibern echtes Interesse, unser Netz zu nutzen", sagte Bandle. Er habe bereits Gespräche auf CEO-Ebene geführt, diese befänden sich aber in einem sehr frühen Stadium.

Bandle geht davon aus, dass die starke Zunahme von mobilen Datendiensten einen ungeheuren Bedarf nach mehr Netzkapazitäten auslösen wird. Auch die Mobilfunker benötigen ein Festnetz, das die Signale von der Antenne weiterleitet.

Golem Akademie
  1. Kubernetes – das Container Orchestration Framework: virtueller Vier-Tage-Workshop
    11.-14.07.2022, Virtuell
  2. C++ Programmierung Grundlagen (keine Vorkenntnisse benötigt): virtueller Drei-Tage-Workshop
    01.-03.08.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Versatel ist aus einem Zusammenschluss von 21 Stadtnetzbetreibern entstanden, die ihre Leitungen in den Städten weit verzweigt haben. Deshalb sei es vergleichsweise günstig, diese Leitungen noch einige Meter bis zu den Mobilfunkantennen zu verlängern, sagte Bandle. Termine zur Konkretisierung der künftigen Zusammenarbeit stünden bereits fest.

Bei den drei Mobilfunknetzbetreibern Vodafone, O2 und E-Plus heißt es, man rede ständig und mit allen Netzpartnern über eine Erweiterung der Kapazitäten. Konkrete Verhandlungen über ein neues Versatel-Projekt gebe es aber noch nicht.

Die Mobilfunker sind nicht die einzige Zielgruppe Bandles. Er will sein Netz auch an mehr Festnetzanbieter vermieten als bisher. Alle Betreiber stehen derzeit vor der Entscheidung, ihre eigenen Netze weiter auszubauen, um höhere Geschwindigkeiten zu erzielen oder das VDSL-Netz der Deutschen Telekom zu mieten. Diese ist der einzige Anbieter, der das teure Netz in den meisten Großstädten gebaut hat. Bandle geht davon aus, dass er ein Turbo-Netz von Versatel zu besseren Konditionen vermieten könnte, als die Telekom ihren Kunden derzeit bietet.

Doch auch Versatel muss sein Netz erst auf VDSL hochrüsten. Die Kosten dafür wollen sich die Düsseldorfer mit ihren Großkunden teilen. Denkbar sind verschiedene Modelle: entweder eine Beteiligung der Rivalen an den Baukosten, oder langjährige Mietverträge, die Versatel Zugang zu Krediten ermöglichen würden, mit denen sie selbst bauen können.

Ohne Partner können die Düsseldorfer die Hochleistungsnetze kaum verlegen. Sie haben Schulden in Höhe von 600 Millionen Euro bei einem Jahresumsatz von zuletzt 760 Millionen Euro. Das dritte Quartal zeigt deutlich, wieso Bandle den Kurs wechselt: Der Umsatz im Privatkundengeschäft ist 7,6 Prozent gesunken, die Einnahmen durch Geschäftskunden sind dagegen um 4,6 und der Umsatz durch die Vermietung des Netzes an Wettbewerber um 10,8 Prozent gestiegen.

Versatel hat die eigene Umsatzprognose für dieses Jahr gesenkt. Ein Sparprogramm, das unter anderem weniger Ausgaben für die Akquise von Privatkunden vorsieht, hat dazu geführt, dass der Konzern die Prognose für den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 180 Millionen Euro auf 185 Millionen Euro angehoben hat. Die Börsianer frohlockten - der Kurs stieg um sechs Prozent. Versatel gilt als Übernahmeziel. Bandle ist sowohl für die eigene Übernahme als auch für organisches Wachstum durch Partnerschaften offen.
[aus Handelsblatt von Sandra Louven]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


oni 13. Nov 2009

Öhm, war es nicht so, dass es bei DSL immer von Anfang an eine Flat gegeben hat? AFAIK...

Ka-Efka 13. Nov 2009

So wie ich sie erlebt habe gibt es für mich keinen Grund sie auch nur entfernt in...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Sicherheitslücke
Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist

Forschern ist es gelungen, eine Schadsoftware auf ausgeschalteten iPhones mit vermeintlich leerem Akku auszuführen. Denn ganz aus sind diese nicht.

Sicherheitslücke: Die Schadsoftware, die auf ausgeschalteten iPhones aktiv ist
Artikel
  1. Umweltschutz: Leipziger Forscher entdecken Enzym für Plastikrecycling
    Umweltschutz
    Leipziger Forscher entdecken Enzym für Plastikrecycling

    Ein neu entdecktes Enzym soll das biologische Recycling von Kunststoff deutlich beschleunigen.

  2. Bundeswehr: Das Heer will sich nicht abhören lassen
    Bundeswehr
    Das Heer will sich nicht abhören lassen

    Um sicher zu kommunizieren, halten die Landstreitkräfte in NATO-Missionen angeblich ihre Panzer an und verabreden sich "von Turm zu Turm".
    Ein Bericht von Matthias Monroy

  3. Beschäftigte: Microsoft wird Prämien und Aktienoptionen stark erhöhen
    Beschäftigte
    Microsoft wird Prämien und Aktienoptionen stark erhöhen

    Microsoft muss, um seine Experten zu halten, deutlich mehr für Prämien und Aktienoptionen ausgeben. Meta hatte einigen das doppelte Gehalt geboten.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 400€ Rabatt auf Gaming-Stühle • AOC G3 Gaming-Monitor 34" UWQHD 165 Hz günstig wie nie: 404€ • Xbox Series X bestellbar • MindStar (u.a. Gigabyte RTX 3090 24GB 1.699€) • LG OLED TV (2021) 65" 120 Hz 1.499€ statt 2.799€ [Werbung]
    •  /