Motorola will sein Kerngeschäft verkaufen

Motorola bereitet nach Information des Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) den Verkauf seines größten Geschäftsbereiches "TV-Set-Top-Boxen und Netzwerkausrüstung" vor. Laut informierten Kreisen könnte ein Verkauf der Sparte 4 Milliarden US-Dollar bis 5 Milliarden US-Dollar einbringen.
Eine Auktion der Set-Top-Box-Sparte wurde vom Vorstand gestartet, nachdem sich zwei Private-Equity-Fonds, TPG und Silver Lake Partners, vor kurzem an Motorola gewandt und ihr Interesse am Kauf des Geschäftsbereichs bekundet hatten, so die Zeitung weiter. Beraten lasse sich Motorola von den Banken J.P. Morgan Chase, Goldman Sachs und Centerview Partners. Als mögliche Bieter gelten Samsung Electronics aus Südkorea, die chinesische Huawei Technologies, Ericsson aus Schweden und der britische Pace-Konzern.
Der Verkaufsprozess befinde sich noch in einem frühen Stadium, und es seien noch keine verbindlichen Gebote eingegangen. Motorola wollte sich gegenüber der Zeitung nicht zu Marktgerüchten äußern, betonte aber, weiterhin zu einer Ausgründung der Mobilfunksparte entschlossen zu sein.
Motorola-Aufsichtsratschef David Dorman habe zur Ideenfindung über die strategische Neuausrichtung aufgerufen. Seit fast zwei Jahren versucht Motorola sein Mobiltelefongeschäft auszugliedern. Seit dem Erfolg des Razr gelang hier jahrelang keine echte Attraktion mehr. Nun gilt das Droid als Hoffnungsträger für den angeschlagenen Konzern.
Noch vor zwei Jahren lag die Marktkapitalisierung Motorolas bei fast 55 Milliarden US-Dollar. Gestern betrug der Börsenwert der Firma mit Hauptsitz in Schaumburg etwas mehr als 20 Milliarden US-Dollar. Finanzchef Edward Fitzpatrick hatte im Oktober 2009 vor Analysten angekündigt, im laufenden Geschäftsjahr 9.700 Arbeitsplätze abzubauen.