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AMD kündigt Bobcat und Bulldozer offiziell für 2011 an

Neue Kerne für Notebooks, Desktops und Server. Neue Kerne, neues Glück: 2011 will AMD mit neuen Prozessordesigns Marktanteile zurückgewinnen. Bobcat soll für besonders kompakte Notebooks dienen, für Server und Desktops kommt Bulldozer. Zeitgleich sollen Grafikkerne in der CPU Platz finden, was AMD jetzt schon als "Fusion" bewirbt.
/ Nico Ernst
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Nachdem bereits weite Teile der Roadmaps bekanntgeworden waren , hat AMD die Informationen im Rahmen seines "Financial Analyst Day 2009" nun offiziell gemacht. Die Analysten zu beeindrucken und die Karten offen auf den Tisch zu legen ist für das seit Jahren tief in den roten Zahlen steckende Unternehmen besonders wichtig – ohne neue Produkte ist auch das aber nur die halbe Miete.

Dabei gab sich AMD alle Mühe, darüber hinwegzutäuschen, dass im Jahr 2010 keine neuen Kerne geplant sind: Die K10-Architektur bleibt für alle Serien aktuell. Differenzieren will sich AMD vor allem über bessere Grafikausstattung als bei der Konkurrenz, was aber vor allem diskrete GPUs bedeutet. Hier konnte das Unternehmen vor allem bei Notebooks 2009 bereits Erfolge verbuchen.

Bei den Notebooks sollen 2009 die Plattformen "Danube" mit bis zu vier Kernen und "Nile" mit zwei Cores für besonders flache Rechner erscheinen. Bei den Desktops sind es "Leo" mit der 6-Kern-CPU "Thuban" – das Gegenstück zu Intels " Gulftown (Core i9) " – und "Dorado" für günstigere Rechner. Die Server will AMD 2009 mit der besonders sparsamen Plattform "San Marino" oder mit "Maranello" bestücken. Für letzteres Konzept gibt es erstmals bei AMD zwei Dies in einem Gehäuse , um auf zwölf Kerne pro Sockel zu kommen.

2011 erfolgt dann der Wechsel zu 32 Nanometern Strukturbreite und auch zu neuen Architekturen mit integrierter Grafik, was AMD "APU" für "Accelerated Processing Unit" nennt. Bereits 2007 sprach AMD über die Designs "Bobcat" für mobile Geräte und "Bulldozer" für Desktops und Server – sie sollten sogar schon 2009 in ersten Versionen erscheinen, die Roadmap hat sich also um mindestens zwei Jahre verschoben.

Dafür gibt es nun aber zumindest ein paar Details zur Architektur. AMD vermied es in den technischen Präsentationen meist, von "Cores" zu reden, vielmehr sind auf den Folien stets mehrere Integer-Pipelines zu sehen, was aber für einen Kern steht.

Bobcat könnte demnach eine ernsthafte Konkurrenz für Intels Atom werden: 90 Prozent "heutiger Mainstream-Performance" soll er erreichen, aber nur die Hälfte der Chipfläche belegen. Die Frage ist nur, was AMD als Mainstream bezeichnet. Gemessen an heutigen PC-Preisen dürfte es sich um kleine Versionen eines Core 2 Duo handeln.

Wie der Atom soll Bobcat besonders sparsam sein, AMD will die Leistungsaufnahme für den Chip auf bis unter 1 Watt drücken können. Unter welchen Bedingungen gab das Unternehmen aber noch nicht an. Immerhin soll Bobcat, anders als der Atom bisher, mit zwei Kernen auf einem Die inklusive Grafik erscheinen. Daher sieht ihn AMD auch für besonders kompakte und leichte Notebooks vor.

Das große Design für Desktops und Server ist "Bulldozer", er soll ebenfalls 2011 auf den Markt kommen und vier bis acht Kerne bieten. In zwei Blöcken sind dabei je vier Integer-Pipelines vorgesehen, dazu kommen zwei SIMD-Einheiten für die FPU mit 128 Bit breiten Datentypen. Dem bisherigen Anschein nach will AMD also Intels Hyperthreading durch mehr Pipelines kontern. Inwiefern sich das Design mit acht unabhängigen Kernen vergleichen lässt, ist noch nicht abzusehen.

Bulldozer besitzt noch keinen Grafikkern und soll 2011 nur für High-End-Desktops und Server eingesetzt werden, für kleinere Desktops gibt es die APU "Llano" mit bis zu vier Kernen und mit integrierter Grafik. Die folgt wie alle Grafikkerne in der CPU von AMD DirectX-11. Insgesamt soll ein Llano aus einer Milliarde Transistoren bestehen.

Obwohl AMD erst 2011 mit komplett neuen Designs auftrumpfen will, sieht sich das Unternehmen bei seiner Sanierung auf einem guten Kurs. CEO Dirk Meyer sagte, bereits 2010 wolle sein Unternehmen in die Gewinnzone zurückkehren.


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