DRM-Pläne der BBC vorerst auf Eis gelegt

Regulierungsbehörde verweigert bisher Zustimmung

Pläne der BBC, hochauflösende Fernsehsendungen mit DRM zu schützen, sind vorläufig an der britischen Medienregulierungsbehörde Ofcom gescheitert. Diese konnte beim geplanten DRM keinen Nutzen für die Verbraucher erkennen.

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Nach und nach will die BBC immer mehr Sendungen im frei empfangbaren Fernsehen in hoher Auflösung (HDTV) anbieten. Das Verständnis der BBC-Verantwortlichen davon, was genau "frei empfangbar" bedeutet, ist allerdings ungewöhnlich. Ein klein wenig digitales Rechtemanagement (DRM) gehöre zum HDTV schon dazu, wurde bei der BBC beschlossen. Der Medienregulierungsbehörde Ofcom präsentierte die Sendeanstalt deshalb den Plan, die Metainformationen zu HDTV-Sendungen nur verschlüsselt auszustrahlen. Ohne diese Metainformationen können die für das HDTV benötigten Set-Top-Boxen das Fernsehsignal nicht auswerten.

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Zur Begründung führte die BBC an, die DRM-Maßnahmen seien nötig, um die Piraterie zu bekämpfen. In einem BBC-Statement dazu hieß es: "Die Rechteinhaber der HD-Inhalte erwarten einen gewissen Grad an Inhaltemanagement im frei empfangbaren HDTV. Deshalb haben die Sendeunternehmen anerkannt, dass eine Form des Kopierschutzes nötig ist."

Anders als von der BBC erwartet, zeigte sich die Ofcom nach einer öffentlichen Konsultation nicht von der Idee angetan und verweigerte ihre Zustimmung. Die bei der Ofcom eingegangenen Kommentare waren zu einem großen Teil äußerst ablehnend gegenüber den BBC-Plänen. So warnte etwa der in der Open-Source-Community bekannte Autor Glyn Moody davor, dass "der vorgeschlagene Schutzmechanismus niemanden und keine Organisation von einer absichtlichen Umgehung abhalten wird. Stattdessen werden rechtstreue Bürger darunter leiden, die beispielsweise HD-Inhalte auf ihrem PC mit Open-Source-Software ansehen wollen."

Als öffentlich-rechtliches Unternehmen, das durch Abgaben finanziert wird, ist die BBC auf die Zustimmung der Ofcom angewiesen. Die DRM-Pläne müssen deshalb bis auf weiteres auf Eis gelegt werden.

Das Freeview genannte HDTV-Programm der BBC soll im kommenden Monat starten. Bis dahin muss klar sein, welche Signale die Set-Top-Boxen wie auszuwerten haben. Alle gegebenenfalls eingesetzten Verschlüsselungs- und DRM-Verfahren müssen von den Herstellern der Boxen unterstützt werden. Um die entsprechende Firmware für die Boxen zu entwickeln, benötigen die Hersteller Zeit und klare Spezifikationen der Verfahren. Ohne das Okay der Ofcom werden die Hersteller die Entwicklung der Software kaum rechtzeitig abschließen können. Ob die BBC dann trotzdem den HD-Sendebetrieb aufnehmen wird, ist noch nicht absehbar. [von Robert A. Gehring]

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