Google soll VoIP-Start-up Gizmo5 gekauft haben

Google soll das VoIP-Start-up Gizmo5 für 30 Millionen US-Dollar in bar gekauft haben. Das berichtet das Onlinemagazin Techcrunch unter Berufung auf verschiedene Insider(öffnet im neuen Fenster) .
Der Übernahmevertrag sei bereits unterzeichnet und könne in Kürze offiziell angekündigt werden, hieß es bei Techcrunch weiter. Zuvor habe auch Skype mit Gizmo5 verhandelt, um im Falle eines Scheiterns der Einigung mit den Firmengründern notfalls die proprietäre Peer-to-Peer-Backend-Software mit Gizmo5-SIP-Infrastruktur ersetzen zu können.
Gizmo5 ist eine Voice-over-IP-Freeware, die das kostenlose Telefonieren zwischen Computern sowie das Telefonieren mit dem Fest- und Mobiltelefonnetz ermöglicht. Die Closed-Source-Software nutzt einige freie Protokolle und konkurriert direkt mit Skype. Anrufe aus dem Festnetz oder von Mobiltelefonen lassen sich mit der Softphone-Funktion "Gizmo Call In" empfangen, die 3 US-Dollar pro Monat kostet. Damit lassen sich Telefonnummern aus Städten der USA und Großbritannien einrichten.
Google Talk ermöglicht wegen eines fehlenden PSTN-Links keine Gespräche ins Festnetz oder mit Mobiltelefonen, was mit Gizmo5 jedoch möglich ist. Google Voice, ein Produkt, das Google nach der Übernahme von GrandCentral im Juli 2007 geschaffen hat, könnte mit Google Talk verbunden und als VoIP-Konkurrenz zu Skype verstärkt ausgebaut werden, so Techcrunch weiter. Google Voice (GrandCentral) erlaubt es Nutzern, ihre gesamte Telefonkommunikation über eine Nummer abzuwickeln beziehungsweise sämtliche Telefonnummern in einem Account zusammenzufassen, auf den über das Internet zugegriffen werden kann.
Gizmo5 wurde im April 2003 gegründet und erhielt bislang 6 Millionen US-Dollar Risikokapital sowie Finanzspritzen des Gründers und Firmenchefs Michael Robertson, der auch MP3.com gegründet hat.



