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GPL-Verletzungen an der Tagesordnung

Software Freedom Law Center: Durchschnittlich täglich Verletzungen der GPL. Der technische Direktor des Software Freedom Law Centers (SFLC), Bradley Kuhn, moniert, seine Organisation entdecke fast täglich Verletzungen der GNU General Public License (GPL) . Und er macht Vorschläge, was dagegen zu tun ist.
/ Jörg Thoma
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Oft sind Lizenzverletzungen nicht beabsichtigt, erläutert Kuhn in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) , sondern geschehen schlicht aus Nachlässigkeit oder gar Unwissenheit. Deshalb sollte das Vorgehen gegen Lizenzbrüche nicht gleich in der Öffentlichkeit stattfinden. Stattdessen sollte dem Übertreter zunächst eine günstige Auslegung der Umstände eingeräumt werden, so Kuhn.

Da Lizenzverletzungen an der Tagesordnung sind, bringe es nichts, jede einzelne Übertretung publik zu machen oder gar mit einer Klage zu ahnden. Vielmehr sollten Firmen über die Zeit durch Hinweise immer wieder auf ihre Verantwortung gegenüber den Lizenzbestimmungen der Open-Source-Gemeinschaft hingewiesen werden, schreibt Kuhn in seinem Blog.

Mehr Aufklärungsbedarf

Kuhn sieht in den meisten GPL-Verletzern sogar potenzielle Mitwirkende an Open-Source-Projekten und vertritt deshalb, wie auch das gesamte SFLC, in erster Linie einen konfrontationslosen, aufklärerischen Kurs bei Lizenzverletzungen.

Indes werden Klagen meist außergerichtlich beigelegt. Öfter reagieren Firmen bereits im Vorfeld, wenn sie auf die Lizenzverletzungen hingewiesen werden. Das war beispielsweise der Fall, als in einem Tool von Microsoft(öffnet im neuen Fenster) vermeintlich unter die GPL-Lizenz gestellte Codeschnipsel auftauchten. Das für Windows entwickelte Tool USB/DVD Download enthielt ähnlichen Quellcode wie der unter die GPL gestellte Software ImageMaster(öffnet im neuen Fenster) .

Obwohl letztendlich der Beweis einer Lizenzübertretung nicht ganz erbracht werden konnte, reagierte Microsoft und entfernte das Werkzeug von seiner Webseite, um der Sache nachzugehen. Solche Erfolge veranlassten Kuhn, seine Richtlinien zusammenzufassen und Entwicklern zur Verfügung zu stellen, die Lizenzverletzungen an ihrer Arbeit befürchten. Für Firmen, die GPL-Code einsetzen wollen, veröffentlichte das SFLC eine Anleitung(öffnet im neuen Fenster) .

Das SFLC setzt sich seit seiner Gründung 2005 kostenlos für die Rechte der Programmierer ein, die ihre Software unter die GPL stellen. Die Organisation machte sich in den Jahren 2007 und 2008 einen Namen, indem sie gegen die massenhaften Lizenzverletzungen bei der Nutzung der Busybox-Tools vorging. Damals einigten sich unter anderem die Firmen Verizon und Monsoon außergerichtlich mit den von dem SFLC vertretenen Klägern Erik Andersen und Rob Landley, den Entwicklern der kompakten Werkzeugsammlung.


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