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Automatisiertes Newsportal: Netzeitung verliert Redaktion

Mangelnde Reichweite der Nachrichtenseite als Hauptproblem. Sie setzte bei der Berichterstattung immer wieder eigene Akzente – jetzt steht die Netzeitung als eigenständiges Nachrichtenangebot vor dem Aus. Der DuMont-Verlag gibt bekannt, dass aus "wirtschaftlichen Gründen" die gesamte Redaktion entlassen und durch Newssammel-Algorithmen ersetzt wird.
/ Peter Steinlechner
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Zum 31. Dezember 2009 wird die Netzeitung(öffnet im neuen Fenster) ihre eigene redaktionelle Berichterstattung aus "wirtschaftlichen Gründen" einstellen, alle Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Das teilte die Verlagsgruppe M. DuMont Schauberg(öffnet im neuen Fenster) mit. Künftig soll die Netzeitung ein automatisch generiertes Nachrichtenportal sein, ähnlich wie Google News oder vergleichbare Angebote.

Laut dem Mediendienst Meedia.de(öffnet im neuen Fenster) seien alle Versuche, einen Käufer zu finden, gescheitert. Weil die in Berlin produzierte Netzeitung angeblich nie Gewinne gemacht und zuletzt mehrere hunderttausend Euro Verlust pro Jahr eingefahren habe, sei der jetzige Schritt nach Verlagsangaben unumgänglich geworden. Das 2000 gegründete Portal stand schon in der Vergangenheit immer wieder kurz vor dem Aus.

Hauptproblem der Netzeitung sei laut Meedia.de bis zuletzt gewesen, dass sie ihre Reichweite nicht steigern konnte. So kam sie im September 2009 auf 7,4 Millionen Pageimpressions und 1,7 Millionen Visits. Das bedeute im Vergleich zum Vorjahr ein Visit-Plus von zwei Prozent und bei den Pageimpressions sogar ein Minus von elf Prozent – und das, obwohl das redaktionelle Angebot umfangreich ist und bei Branchenkennern einen guten Ruf genießt.


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