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Spieletest: GTA 4 - Abenteuer rund um den schwulen Tony

GTA-4-Erweiterung um den schwulen Tony mit packenden Einsätzen. Ein Nachtclubbesitzer in Schwierigkeiten steht im Mittelpunkt der Sammlung "Episodes from Liberty City" – die eine etwas ältere sowie eine brandneue Erweiterung für GTA 4 enthält. Neben frischen Waffen, Fahrzeugen und Radiostationen gibt es vor allem spektakuläre neue Missionen.
/ Peter Steinlechner
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Von dem, was nach Anbruch der Dunkelheit in Liberty City los ist, haben auch erfahrene Spieler von GTA 4 bislang nur den Hauch einer Ahnung. Selbst wer Stunden in zwielichtigen Nachtclubs und sonstigen Spelunken verbracht hat, ahnt kaum, mit wie harten Bandagen die Unterwelt um Macht und Geld kämpft. Die Erweiterung The Ballad of Gay Tony – enthalten unter anderem auf der Sammlung GTA 4: Episodes of Liberty City – gewährt einen Einblick in die Schattenwelt. In ihrem Mittelpunkt steht Anthony "Gay Tony" Prince, ein ebenso schriller wie abgebrühter Nachtclubchef. Er schuldet noch abgebrühteren Unterweltgrößen Geld und den ein oder anderen Gefallen, und da ist der Spieler gefragt: Er soll als Tonys Leibwächter und Kumpel Luis Lopez an die Front.

Im Ton unterscheidet sich The Ballad of Gay Tony spürbar von GTA 4 und der im Frühjahr veröffentlichten Erweiterung The Lost and Damned : Tony und Luis sind redegewandte, witzige und manchmal sehr schrille Figuren. In den zahlreichen Zwischensequenzen geht es teils zynisch zu, die Minispiele drehen sich auch mal um korrekten Engtanz in der Disko und Teile der Menüs sind in Pink gehalten.

Die neuen Missionen mit Luis gehören mit zum aufwendigsten, was bislang in GTA 4 zu erleben war: Der Spieler segelt am Fallschirm über Liberty City und kämpft sich dann durch ein Hochhaus, er fährt auf der Hochbahn, hilft bei der Entführung eines Waggons und liefert sich Feuergefechte im Schnellboot. Überhaupt geht es oft nicht mehr im Auto zur Sache, sondern anderweitig – vom Helikopter bis schlichten Fußmarsch ist alles vertreten. Insbesondere bei den zahlreichen Schießereien per pedes zeigt sich aber, dass das System zum Einsatz von Waffen nicht sehr komfortabel ist und ein paar Schwächen hat.

Neben den neuen Missionen gibt es eine Handvoll weiterer Minispiele: Luis kann jetzt im frisch eröffneten Golfclub den Schläger schwingen, sich im Trinkwettbewerb mit Champagner zuschütten oder weibliche Nachtclubgäste für schnelle Nummern aufreißen.

Gay Tony enthält ein paar weitere Luxusschlitten und Sportwagen, neue Rennboote sowie einen neuen, besonders wendigen Kampfhubschrauber und einen Panzerwagen mit drehbarem Geschütz. Auch frische Schießprügel hat Rockstar Games dem Spiel spendiert, darunter vor allem ein besonders durchschlagkräftiges Maschinengewehr und Haftminen, die sich manuell auslösen lassen.

Auch sonst haben die Entwickler eine Reihe kleinerer Neuigkeiten eingebaut. So gibt es jetzt nach jedem Missionsende eine Abrechnung mit Punkten, was wie immer gut hingehauen hat – wer 100 Prozent erreichen will, kann die Einsätze nach Abschluss der Kampagne noch einmal absolvieren. Außerdem gibt es neue Musik.

The Ballad of Gay Tony ist bislang nur für Xbox 360 erhältlich. Und zwar entweder als Download über Xbox Live für 1.600 Microsoft-Punkte (rund 20 Euro) oder zusammen mit The Lost and Damned in einer gut 45 Euro kostenden Boxversion namens Episodes of Liberty City. Wer die einlegt, kann direkt nach dem Start zwischen den beiden Add-ons wählen. Das Original-GTA-4 benötigen Spieler in keinem Fall. Die USK hat "Episodes" ab 18 Jahren freigegeben. Was andere Plattformen angeht: Rockstar Games äußert sich zu dem Thema nicht, aber es gilt als offenes Geheimnis, dass beide Erweiterungen früher oder später auch für Windows-PC und wahrscheinlich auch für Playstation 3 erscheinen.

Fazit

Mit The Ballad of Gay Tony erzählt Rockstar Games eine weitere spannende Geschichte aus den Straßenschluchten von Liberty City. Wieder geht es schräg, spannend und teils sehr spaßig zu – insbesondere dank der wunderbar charakterisierten Figuren. Spielerisch zieht die Erweiterung alle Register: Fallschirmmissionen, Einsatz auf der Hochbahn, Verfolgungsjagden auf dem Fluss – klasse, wenn auch alles nicht wirklich neu. Aber wer sowieso jederzeit auf Abenteuer in der Großstadt aus ist, kommt um Gay Tony nicht herum.


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