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Externe Berater bekommen Kundendaten der Deutschen Bank (Up)

ARD-Magazin Monitor will neuen Skandal entdeckt haben

Nach einem Datenskandal bei der Postbank scheint es nun auch die Kunden der Deutschen Bank getroffen zu haben. Selbstständige Finanzberater können auf die privaten Kontodaten zugreifen, meldet das ARD-Magazin Monitor. Die Deutsche Bank weist die Vorwürfe von Monitor zurück.

Artikel veröffentlicht am ,

Laut Recherchen des ARD-Magazins Monitor gewährt die Deutsche Bank derzeit rund 1.500 selbstständigen Finanzberatern Zugriff auf die Bankdaten ihrer Kunden. Die freien Handelsvertreter, die für die Deutsche Bank arbeiten, aber auch für andere Unternehmen tätig sein können, erhalten laut dem Bericht Zugriff auf "Kontoumsätze, Zahlungsvereinbarungen, Online-Banking-Daten, Versicherungen, Bonitäts- und Vermögensdaten".

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Thilo Weichert, Schleswig-Holsteins Landesdatenschutzbeauftragter, hat die Praxis laut Monitor als "rechtswidrig" bezeichnet. "Als ich davon gehört habe, habe ich es erstmal nicht glauben wollen, dass eine deutsche Bank derart schludrig mit den Kundendaten umgeht."

Die Einwilligungserklärungen für die Datenübermittlung, die hier von der Bank verwendet werde, ist laut Weichert "eindeutig rechtswidrig", weil dort völlig unübersichtlich mitgeteilt werde, wer die Daten bekommen kann, "so dass diejenigen, die das erklären, sich nicht ansatzweise vorstellen können, wo die Daten landen, für welche Zwecke sie genutzt werden und in welchem Umfang sie ausgewertet werden."

Bei der Postbank, an der die Deutsche Bank knapp 30 Prozent hält und die sie spätestens 2012 mehrheitlich übernimmt, herrschen laut Medienberichten ähnliche Zustände. Dazu meldete die Stiftung Warentest am 26. Oktober 2009: "Die Postbank gewährt Tausenden von freien Handelsvertretern detaillierten Einblick in Millionen Girokonten ihrer Kunden. Damit will sie den Verkauf ihrer Produkte fördern." Dies ist laut der Datenschutzbehörde des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen verboten.

Das Vertriebsunternehmen Postbank Finanzberatung gebe seinen etwa 4.000 freien Handelsvertretern den Zugriff auf die Unternehmensdatenbank. Geben diese Namen und das Geburtsdatum von Kunden ein, können sie den Kontostand und alle Kontobewegungen sehen. "Auch wenn der Kontoinhaber der Weitergabe seiner Daten an die freien Mitarbeiter nicht zugestimmt hat, kann der Berater die Kontodaten lesen", so die Stiftung Warentest.

Nachtrag vom 5. November 2009, 18:00 Uhr:

Die Deutsche Bank weist die Vorwürfe von Monitor entschieden zurück. Selbstständige Finanzberater hätten ausschließlich auf Kontodaten derjenigen Kunden Zugriff, von denen eine ausdrückliche schriftliche Einwilligungserklärung vorliege. Sollten selbstständige Finanzberater im Besitz von Kontodaten sein, zu denen sie keinen Zugriff haben dürften, verstoße dies gegen die bestehenden Verträge und Regeln der Bank, heißt es in einer Stellungnahme. Und weiter: "Der Inhalt der Einwilligungserklärung wurde vor deren Einsatz der für uns zuständigen hessischen Datenschutzbehörde vorgestellt und abgestimmt".



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Bicketruopnix 06. Nov 2009

Lol, beweis dem doch mal etwas. Theoretisch kannst du ihn verklagen, meist bekommst du...

So Nie 06. Nov 2009

Deshalb fallen derzeit um so mehr Leute der Sparkassen (die bieten so um die 0,5...

So Nie 06. Nov 2009

Nur wird diese Bank wohl nur für die wenigsten hiesigen Forenuser nutzbar sein.

Datenschützer 05. Nov 2009

genau das ist der richtige Ansatz! Lieber Thilo, bitte mitlesen!

ITLeser 05. Nov 2009

Sollte es nicht eher heissen: "Nach einem Datenskandal bei SchülerVZ scheint es nun auch...


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