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Interview: Urknallmaschine ist fit

Handelsblatt: Aber der LHC soll ja noch mehr liefern als den Beweis für die Existenz des Higgs-Teilchens. Etwa Hinweise auf die rätselhafte Dunkelmaterie im Universum. Könnte der LHC hier schneller ein Ergebnis liefern?

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Heuer: Möglicherweise - aber das ist sehr spekulativ. Dazu müsste die Dunkle Materie wirklich all die Eigenschaften haben, die unsere heutigen Modelle ihr zuschreiben. Das wären ziemlich viele "Wenn's", und erfahrungsgemäß richtet sich die Natur nicht genau nach den Wünschen der Forscher.

Handelsblatt: Kommen wir noch einmal auf die Maschine selbst zurück: Wie groß schätzen Sie die Gefahr ein, dass der LHC noch einmal kollabiert?

Heuer: Sehr gering. Obwohl, hätten Sie mich das vor dem großen Ausfall im vergangenen Jahr gefragt ...

Handelsblatt: Hab ich. Damals schätzten Sie das Risiko als sehr gering ein.

Heuer: Und mein Vorgänger als CERN-Direktor hätte auch nichts anderes gelten lassen. Aber im Ernst: Wir verstehen die Maschine heute sehr viel besser als vor dem Ausfall. Die neue Elektronik und das sehr langsame Heranführen des Beschleunigers auf höhere Leistungsniveaus macht eine Wiederholung des Ausfalls sehr, sehr unwahrscheinlich.

Natürlich besteht immer die Gefahr eines vergleichsweise trivialen Problems, das uns zurückwirft - wie zuletzt ein Leck in der Kühlisolierung, das uns einige Wochen gekostet hat. Das ist ähnlich wie bei den Spaceshuttles, bei denen ein einfaches Ventil klemmt, so dass sie am Boden bleiben müssen. Doch bei einem Shuttle kommt man an alle Bauteile relativ leicht heran. Bei uns müssen Sie den LHC erst langsam aufwärmen und nach der Reparatur wieder extrem abkühlen.

Handelsblatt: Sehen Sie die Gefahr, dass die Maschine bei einem erneuten Ausfall vollkommen infrage gestellt würde?

Heuer: Wenn es zu so einem Zwischenfall käme, hätte ich sicher einen hohen Erklärungsbedarf - um es diplomatisch auszudrücken.

Handelsblatt: Auch abseits des LHC-Ausfalls konnte man den Eindruck gewinnen, dass es beim CERN in den vergangenen Monaten nicht ganz rund lief. Mitte des Jahres kündigte Österreich kurzzeitig seinen Austritt aus dem europäischen Gemeinschaftsprojekt CERN an, vor wenigen Wochen erregten die Terrorismus-Kontakte eines Forschers öffentliche Aufmerksamkeit.

Heuer: Lassen Sie mich mit dem zweiten Beispiel anfangen: Bei diesem Forscher handelte es sich nicht um einen beim CERN angestellten Wissenschaftler, auch wenn er natürlich Zugang zum CERN hatte. Vermutlich hätte dieser Vorfall deutlich weniger Aufmerksamkeit erregt, wenn das "N" in CERN nicht für "nuklear" stünde (CERN = Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire). Wobei der Name aus einer Zeit stammt, als die Physik nur die Kernforschung kannte. Heute würden wir eher die Teilchenphysik, die damals noch unbekannt war, in den Namen aufnehmen.

Was die vorübergehende Austrittsabsicht Österreichs angeht, so bin ich sehr stolz über den Zuspruch, den wir in dieser Phase erfahren haben. Die österreichische Öffentlichkeit reagierte sehr sensibel auf dieses Thema, und das brachte die Verantwortlichen letztlich dazu, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken.

Beide Vorfälle zeigen allerdings, dass das CERN viel stärker ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist - und das hat sicherlich mit der Berichterstattung rund um den LHC zu tun. Und das finde ich durchaus positiv.

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spanther 07. Nov 2009

Ich kann dazu wiegesagt garnichts sagen ^^" Vieles könnte möglich sein aber wirklich...

MaKo 06. Nov 2009

Hier: http://holonblog.geheimorden.de/2009/11/06/lhc-neuer-zwischenfall/ http://www...

FranUnFine 06. Nov 2009

Man hat sogar eine Brechstange ins CERN geschickt. Leider kann ich die Bilder zu "CERN...

spanther 06. Nov 2009

Achso ist das also! Nur weil man keinem religiösen Wahn verfolgt, besitzt man also...

spanther 05. Nov 2009

Ich weis worauf du hinaus willst, aber davon sprach ich ja auch garnicht. Ich sprache von...


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