Spieletest: Tekken 6 - traditionelles Geprügel


Das frustriert natürlich etwas geübtere Recken, bringt aber auch immer wieder eine Portion Überraschung in die Gefechte. Zudem gilt weiterhin: Tekken ist einfach zu bedienen, aber bei späteren Kämpfen schwer zu meistern. Wer erst einmal alle Kombos kennt und weiß, wann er wie ausweichen muss und wie sich der Gegner durch geglückte, aneinandergereihte Schläge und Tritte in der Luft halten lässt, kann auch von einem Anfänger nicht mehr ohne weiteres bezwungen werden – egal, wie schnell der drückt.
Tekken 6 gibt sich noch in anderer Hinsicht massentauglich: Alle 40 Figuren – der Großteil davon bekannt, eine Handvoll neu – stehen bereits von Beginn an zur Verfügung. Die Modivielfalt ist groß, von der kurzen Klopperei für zwischendurch über die Kampagne, Geistkämpfe, Time Trial und Survival bis hin zur Onlinepartie bleibt kaum ein Wunsch unerfüllt. Erneut eher überflüssig wirkt allerdings die Hintergrundgeschichte, denn wie gewohnt kämpft Gut gegen Böse mit völlig abstrusen Mitteln und aus überhaupt nicht nachvollziehbaren Gründen. Aber auch das hat in der Tekken-Reihe ja lange Tradition.
Etwas ungewohntes Terrain betritt der Kampagnenmodus allerdings spielerisch: Hier wird nicht nur wie gewohnt der Gegner auf die Matte – beziehungsweise jeden anderen Bodenbelag – geschickt. Zwischendurch gibt es in Action-Adventure- oder Final-Fight-Manier auch Level zu durchlaufen und Gegner, teils mit Waffen, zu erledigen. Leider sind diese Passagen nicht sonderlich gut ausgearbeitet und haben zudem mit Bedienungsmängeln zu kämpfen – die klassischen Gefechte bieten deutlich mehr Spaß und Tiefe.
Optisch ist Tekken 6 allerdings nicht mehr auf der Höhe der Zeit: Die Umgebungen und Kämpfer können zwar mit schönen animierten Details aufwarten, die Prügelspielkonkurrenz hat allerdings vorgemacht, wie gut ein solches Spiel heutzutage auf Playstation 3 und Xbox 360 aussehen kann – da wirkt Tekken im direkten Vergleich ziemlich blass und antiquiert.
Tekken 6 kostet etwa 50 Euro und ist für Playstation 3 und 2 sowie für Xbox 360 erhältlich. Die USK hat eine Altersfreigabe von 16 Jahren erteilt.
Fazit
Tekken 6 bietet gewohnte Kost auf hohem Niveau, aber ohne Überraschungen. Kenner der Serie müssen sich kaum umgewöhnen und bekommen das bekannt tiefgründige Gameplay, das dank zahlloser Kombos, Modi und Kämpfer lange Zeit motiviert. Vor allem technisch hätte sich die lange Entwicklungszeit aber deutlicher bemerkbar machen können – und auch die teils ausufernden Ladezeiten sorgen dafür, dass Tekken 6 nicht uneingeschränkt begeistert.