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Kritische Sicherheitslücke im Linux-Kernel 2.6 entdeckt

Root-Zugriff als unberechtigter Benutzer möglich. Ein erneuter sogenannter "Null Pointer Dereference Flaw" in allen Versionen des Linux-Kernels 2.6 erlaubt es einfachen Benutzern, Root-Rechte auf einem Linux-System zu erlangen. Die Sicherheitslücke wurde von Kernel-Entwicklern bereits im aktuellen Release Candidate der neuen Kernel-Version 2.6.32 behoben.
/ Jörg Thoma
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Der Entwickler Brad Spengler, der bereits im Juli eine Sicherheitslücke aufgedeckt hatte, hatte auf den Exploit Mitte Oktober 2009 mit einem Proof-of-Concept-Papier hingewiesen. Er kritisiert nun, die Veröffentlichungspolitik der Kernel-Entwickler sei nicht transparent genug, wenn es um Sicherheitslücken geht. Er findet es verwunderlich, dass die gravierende Sicherheitslücke nicht vom Entwicklerteam entdeckt wurde.

Der Fehler tritt auf allen bislang von Brad Spengler getesteten Red-Hat-Systemen auf. Betroffen sind auch der FreeBSD-Kernel und Debian-Systeme samt deren Derivaten. Ein Angreifer muss auf dem betroffenen Rechner lokal als Benutzer angemeldet sein. In den Kernel-Versionen 2.4 und bis 2.6.10 löst die Sicherheitslücke einen "copy_from_user"-Schreibzugriff in den Speicher aus.

Die Sicherheitslücke tritt auf, wenn das Feature "mmap_min_addr" deaktiviert ist. Liegt die Mindestadresse, auf die ein Prozess den Speicher ansprechen kann, bei null, kann der Exploit greifen. Zahlreiche Anwendungen, etwa die Emulatoren Dosemu und Qemu, zahlreiche Entwicklertools oder Wine benötigen aber den Zugriff auf den unteren Speicherbereich. Aus diesem Grund verzichten viele Distributionen darauf, die Option "mmap_min_addr" zu aktivieren. Im Debian-Wiki wird bereits seit Ende Oktober 2009 auf diese Problematik hingewiesen und ein Workaround(öffnet im neuen Fenster) beschrieben. Dort wird empfohlen, die mmap_min_addr-Einstellungen auf 4096 heraufzusetzen. Dies minimiert zumindest die Gefahr des Auftretens eines "Null Pointer Dereference Flaw". Die Wiki-Seite bietet auch eine Liste aller Applikationen, die von den heraufgesetzten Einstellungen betroffen sind.


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