EU könnte Sun-Übernahme wegen MySQL untersagen

Formeller Einwand aus Brüssel in den kommenden Tagen möglich

Oracle ist gegenüber der EU-Kommission zu keinen Zugeständnissen bei der Übernahme von Sun bereit. Da Oracles Wille, MySQL als Open-Source-Datenbank weiterzuentwickeln, angezweifelt wird, könnte die EU einen formellen Einwand gegen den Deal äußern, was zu einem Verbot der Übernahme führen könnte.

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Oracle muss mit einem formellen Einwand aus Brüssel gegen die Übernahme von Sun rechnen. Die britische Financial Times berichtet unter Berufung auf einen mit den Verhandlungen vertrauten Menschen, Oracle habe jedes Zugeständnis in der geplanten 7,4-Milliarden-US-Dollar-Übernahme abgelehnt, weshalb die EU-Kommission in den nächsten Tagen ihren formellen Einwand bekanntgeben werde. Ein Verbot des Milliardendeals sei damit möglich, es könne aber auch noch ein Kompromiss gefunden werden.

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EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte Anfang September 2009, als eine "eingehende Untersuchung" der Übernahme durch die EU eingeleitet wurde, ihre Bedenken begründet: "Wenn das weltweit führende Unternehmen im Bereich proprietärer Datenbanken das weltweit führende Unternehmen im Bereich Open-Source-Datenbanken zu übernehmen gedenkt, muss die Kommission die Auswirkungen auf den Wettbewerb in Europa äußerst sorgfältig prüfen." Die bisherigen Untersuchungen hätten ergeben, dass die Oracle-Datenbanken und die MySQL-Datenbank von Sun in vielen Sektoren des Datenbankmarktes in direktem Wettbewerb miteinander stünden. Geprüft werden soll auch, welche Anreize Oracle habe, die MySQL als Open-Source-Datenbank weiterzuentwickeln. Das US-Justizministerium hatte den Deal kurz zuvor genehmigt.

Die EU-Kommission blockiert selten Übernahmen. Zwischen 1994 und 2003 untersagte die Wettbewerbsbehörde 21 Fusionen von 2.157, das entspricht einer durchschnittlichen Rate von 1 Prozent pro Jahr, berichtet die Zeitung. Zwischen 2004 und 2008 wurden sogar nur zwei Übernahmen von 1.665 untersagt.

Florian Müller, der bereits im Auftrag von MySQL eine EU-Kampagne gegen Softwarepatente geführt hat und bis zum Verkauf an Sun Aktionär von MySQL war, erklärte in einem Schreiben an die EU vom heutigen Tag: "Wir empfehlen, dass Oracle sich verpflichtet, MySQL zu veräußern, um kartellrechtliche Bedenken innerhalb und außerhalb der EU endgültig aufzulösen." Dies wäre eine konstruktive und wahrscheinlich sofort wirksame Lösung.

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