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Telekom hält an US-Geschäft fest

Hamid Akhavan spricht sich für den Erhalt der US-Sparte aus

Trotz enttäuschender Ergebnisse steht die Deutsche Telekom weiter zur schwachen Tochter T-Mobile USA und deren Chef Robert Dotson. Dies geht aus einem Interview von Hamid Akhavan, als Chief Operating Officer (COO) Mitglied des Konzernvorstands, mit dem Handelsblatt hervor.

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Die Deutsche Telekom steht sowohl zu ihrer zuletzt schwachen Tochter T-Mobile USA als auch zu deren Chef Robert Dotson. "Wir haben Probleme in den USA gehabt, aber wir halten an dem Geschäft fest und werden dort auch wieder wachsen, und zwar weiterhin mit Robert an der Spitze", sagte Telekom-COO Hamid Akhavan. Enttäuschende Ergebnisse in den USA und in Großbritannien haben dazu geführt, dass die Telekom Ende April dieses Jahres ihre Prognose für den Konzerngewinn gesenkt hat.

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Handelsblatt: Sie geben nur ein Prozent ihres Umsatzes für Forschung aus. Überlassen Sie die Innovationen lieber Apple und Ericsson?

Hamid Akhavan: Wir Netzbetreiber müssen viel in Infrastruktur und IT unserer Systeme investieren, deshalb sind unsere Ausgaben für die Forschung traditionell nicht so hoch. Ein Unternehmen wie Ericsson dagegen lebt von neuen Lösungen. Innovationen sind essenziell für deren Umsatz.

Handelsblatt: Sie könnten einen Umsatzschub auch gut gebrauchen. Unter den vielen neuen Diensten ist aber keine Killeranwendung in Sicht.

Akhavan: Killerapplikationen sind in jeder Branche selten. In der Telekommunikation waren Onlinesuche und E-Shopping ein Massenerfolg, aber so etwas lässt sich nicht beliebig wiederholen. Wir forschen daher breiter und bieten viele kleine Lösungen, aus denen Kunden wählen können.

Handelsblatt:: Steigert das den Umsatz?

Akhavan: Das wichtigste Ziel ist zunächst, unsere Kunden zu halten, und dafür müssen sie mit uns zufrieden sein. T-Mobile hat weltweit 150 Millionen Kunden - wenn nur ein Prozent von ihnen kündigen würde, ist das ein Thema. In den umkämpften Märkten ist es unglaublich schwer und teuer, 1,5 Millionen Kunden neu dazuzugewinnen. Wir müssen alles daran setzen, unsere Basis zu halten - und ihr darüber hinaus am besten zusätzliche Produkte zu verkaufen.

Handelsblatt:: Viele glauben, dass der Datenumsatz die Verluste bei Sprache nicht kompensiert. Was denken Sie?

Akhavan: Die sind vielleicht zu pessimistisch. Die Datenerlöse wachsen rasant und machen jetzt schon bis zu 20 Prozent unseres Umsatzes aus, inklusive SMS. Hinzu kommt, dass heute nur ein Prozent des Internetverkehrs über mobile Geräte läuft und 99 Prozent über das Festnetz. Dieses Verhältnis wird sich deutlich zugunsten des Mobilfunks verschieben, da bin ich sicher. Dadurch steigen unsere Umsätze.

Handelsblatt: Neue Dienste kommen aber stets von Branchenfremden...

Akhavan: Dagegen habe ich gar nichts. Wir wollen nichts selbst machen, was andere besser können. Da draußen gibt es Abertausende von Entwicklern. Mit denen kooperieren wir. Wir haben zum Beispiel 2009 unseren "Developer Garden" gegründet, der einen offenen Zugang zu unserem Netzwerk bietet. Inzwischen sind dort 1 300 unabhängige Entwickler registriert.

Handelsblatt: Welche Innovationen sehen wir von der Telekom im Jahr 2010?

Akhavan: Wir müssen unser Angebot für das vernetzte Leben und Arbeiten erweitern, bei dem Nutzer Inhalte auf dem Handy, PC und Fernseher abrufen können. Bisher nutzen das noch nicht viele Kunden.

Handelsblatt: Was ist mit Ihnen persönlich? Durch die neue Telekom-Struktur haben Sie Einfluss auf das operative Geschäft verloren. Gerüchte besagen, sie gehen in die USA. Stimmt das?

Akhavan: Nein. Mir macht meine Arbeit hier Spaß, und ich werde sie weiterführen. Ich bin ja nicht nur für den Mobilfunk in Westeuropa zuständig, sondern auch COO. In dem Bereich stehen jede Menge Arbeit und Herausforderung an.

Handelsblatt: Es heißt aber, sie beerben US-Chef Robert Dotson, der für eine Gewinnwarnung verantwortlich ist.

Akhavan: Robert ist ein großartiger Manager. Er hat jahrelang dafür gesorgt, dass wir als ganz kleiner Anbieter schneller wachsen als die Giganten wie AT&T und Verizon - und das in einem Geschäft, das stark von Größenvorteilen geprägt ist. Wir haben Probleme in den USA gehabt, aber wir halten an dem Geschäft fest und werden dort auch wieder wachsen, und zwar weiterhin mit Robert an der Spitze.

[Das Interview erschien zuerst im Handelsblatt]



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