Spieletest: Fußball Manager 10 - jetzt auch online
Das ist allerdings noch eine der leichtesten Entscheidungen. Vor allem in der ersten Spielstunde überfrachtet der EA-Manager den Spieler fast mit Möglichkeiten. Ein virtuelles Alter Ego will designt werden, wobei Alter, Geschlecht und Frisur eine ebenso große Rolle spielen wie persönliche Interessen. Die Ziele für die kommende Saison müssen festgelegt, Budgets sollen verteilt, Werbeverträge abgeschlossen werden. Die Mannschaft fragt nach einer ersten groben Richtungsanweisung, Spieler drängeln bereits ein Jahr vor Auslaufen ihres Vertrages auf eine Verlängerung. In den Zeitungen gibt es die ersten Schlagzeilen, und während noch über die perfekte Aufstellung für die erste DFB-Pokalrunde und den Saisonauftakt nachgedacht wird, meldet der News-Ticker, dass der größte Konkurrent in der letzten Minute noch einen Traumtransfer realisiert hat und das optimistisch ausgegebene Saisonziel noch schwerer zu erreichen wird.
Kurz gesagt: Es vergeht einige Zeit, bis überhaupt zum ersten Mal der Ball rollt. Immerhin lassen sich alle Bereiche im Notfall auch von Co-Trainern und Assistenten übernehmen. Wer es sich also nicht zutraut, neben den Trainingseinheiten auch die Jugendarbeit, den Stadionausbau und die Sponsorenverhandlungen zu übernehmen, kann alles auch automatisch regeln lassen. Immerhin kommen die Entwickler Neueinsteigern nun etwas mehr entgegen als 2009: Die grundsätzlichen Optionen und Möglichkeiten sind zwar weitgehend identisch, allerdings ist diesmal fast immer eine wirklich aufschlussreiche Hilfefunktion verfügbar. Zudem ist die Menügestaltung übersichtlicher geworden; mit etwas Übung lassen sich die vielen Entscheidungen und die Statistiken mit ein paar einfachen Klicks meistern.
Rollt dann endlich der Ball, ist an Entspannung nicht zu denken: Auch während der solide – und im Vergleich zum Vorjahr flüssiger – dargestellten 3D-Partien kann und sollte schließlich je nach Spielstand eingegriffen werden. Dann sind Anweisungen aufs Feld zu rufen, die Taktik ist zu ändern oder Auswechslungen stehen an. Alles ist möglich und hat meist auch spürbare Auswirkungen auf das Geschehen. Trotzdem sind die Partien weiterhin das schwächste Glied des Fußball Managers: Immer noch gibt es teils seltsame Ballverluste und Tore, nicht nachvollziehbare Aussetzer oder Benotungen nach dem Spiel sowie unpassende Kommentare. Hier hätten die Verbesserungen durchaus größer ausfallen dürfen.
An anderer Stelle haben die Entwickler endlich das Flehen der Spieler erhört: Erstmals wartet der Fußball Manager mit einem Onlinemodus auf. Der fällt aber spartanischer aus als erhofft: Bis zu acht Teilnehmer können nur eine ausgewählte Anzahl von Entscheidungen treffen, die Partien laufen im Textmodus ab – zugunsten der Spielbarkeit und des schnellen Saisonverlaufs hat EA Sports alles bis auf das Nötigste reduziert. Trotzdem ist es ein Schritt in die richtige Richtung, denn mit menschlichen Mitspielern auf dem Transfermarkt oder um die Meisterschale zu konkurrieren, hebt die Motivation spürbar.
Der Fußball Manager 2010 ist für etwa 45 Euro erhältlich. Ein erster Patch steht zum Download bereit: Auf dem Testrechner mit Windows 7 war die Installation des Updates auch notwendig – vor dem Herunterladen stürzte das Spiel sofort nach der Eingangssequenz ab.
Fazit
Übersichtlichere Menüs, verbesserte 3D-Darstellung und mehr Hilfefunktionen: Die Verbesserungen beim Fußball Manager fallen 2010 auf den ersten Blick klein aus, wirken sich aber dennoch positiv auf den Spielablauf aus. Wichtigste Neuerung dürfte für viele der etwas spartanische Onlinemodus sein. Und da es ohnehin derzeit keine ernstzunehmende Konkurrenz gibt, dürfen Fußballfans auch diesmal wieder zugreifen. So viele Einflussmöglichkeiten wie hier würde sich manch echter Trainer wünschen.
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