Problem für AMD und Nvidia: TSMCs 40-nm-Prozess läuft unrund
Das taiwanische Branchenblatt Digitimes beruft sich mit seinem Bericht über die Probleme bei TSMC(öffnet im neuen Fenster) diesmal nicht auf ungenannte Quellen, sondern auf TSMC-CEO Morris Chang. Dieser habe eingeräumt, dass die Fertigungsausbeute (yield) bei den 40-Nanometer-Produkten stark gefallen sei. Sie betrage derzeit nur noch 40 Prozent, nachdem sie zuvor schon 60 Prozent betragen habe. Zu Beginn der 40-Nanometer-Fertigung im zweiten Quartal soll die Ausbeute laut Chang sogar nur bei 20 bis 30 Prozent gelegen haben.
Das ist sowohl für TSMC als auch seine Kunden ein Problem. Eine geringe Fertigungsausbeute sorgt für eine hohe Auslastung der Anlagen, was weitere Aufträge verhindert. Dabei kommen aber gleichzeitig geringe Stückzahlen an brauchbaren Chips heraus. Diese können AMD und Nvidia dann auch nur in geringen Volumina verkaufen, die entsprechenden Grafikkarten sind knapp.
Beide Grafikkonkurrenten lassen ihre GPUs bisher exklusiv bei TSMC herstellen, weil dieses Unternehmen darin die meiste Erfahrung hat und als bisher einziger Auftragsfertiger komplexe Prozessoren mit Strukturbreiten unter 45 Nanometern herstellen kann.
Die Knappheit war schon bei der ersten 40-nm-GPU auf der Radeon HD 4770 zu beobachten, die nach Ankündigung über Wochen gar nicht verfügbar war . Dass TSMC jetzt eine Ausbeute von unter 30 Prozent für diesen Zeitraum angibt, erklärt diesen Effekt.
Die aktuellen Schwierigkeiten sind am Markt auch bereits sichtbar. Zwar ist die Serie Radeon-5000 stets lieferbar, aber oft nur bei wenigen Händlern und dort schnell ausverkauft. AMD hatte gegenüber Golem.de mehrfach beteuert, es gebe seit der Ankündigung von Radeon HD 5870/50 und 5770/50 stets wöchentliche Lieferungen.
Noch komplizierter wird diese ungünstige Situation, bei der sich AMD und Nvidia um dieselben Fertigungskapazitäten streiten, wenn Nvidia wie versprochen seine Fermi-GPUs tatsächlich noch 2009 auf den Markt bringt. Immerhin hat TSMCs CEO gegenüber Digitimes aber angekündigt, die Fertigungsprobleme noch 2009 in den Griff bekommen zu können.



