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US-Ökonom: Netzwerke brauchen Regulierung

Eine Frage der sozialen Fairness, nicht der Betriebswirtschaft

In den USA und auch in Europa wird seit einiger Zeit wieder heftig über die Frage der Netzneutralität gestritten. In einem Beitrag für das Fachjournal Review of Network Economics diskutiert der US-Ökonom Andrew Odlyzko das Problem aus historischer und empirischer Sicht.

Artikel veröffentlicht am ,

Netzneutralität ist eines der Topthemen auf der politischen Agenda sowohl in Washington als auch in Brüssel. Während die einen - die Telekommunikationsriesen der Welt - weniger Regulierung auf Netzwerkebene fordern, sprechen sich die anderen - Diensteanbieter wie Google - für strikte Regulierung aus. Beide Seiten greifen in der Debatte auf wirtschaftliche, gelegentlich auch auf politische Argumente zurück. Da ist die Rede von den Kosten für den Ausbau und den Betrieb der Netze oder von Innovation, Strukturwandel und Redefreiheit. Doch diese Sichtweise ist zu eng, behauptet der US-Ökonom Andrew Odlyzko in einem Beitrag für eine Sonderausgabe der Fachzeitschrift Review of Network Economics.

Inhalt:
  1. US-Ökonom: Netzwerke brauchen Regulierung
  2. US-Ökonom: Netzwerke brauchen Regulierung

Odlyzko ist Spezialist für Netzwerkökonomie an der Universität von Minnesota. Er analysiert die Problematik der Netzwerkneutralität nicht rein theoretisch oder betriebswirtschaftlich. Odlyzko berücksichtigt auch historische Beispiele von Netzwerken und ihrer Regulierung. Immer wieder kommt er dabei auf die Entwicklung von Eisenbahnnetzen zurück.

Viele der heute in der Debatte um die Netzwerkneutralität im Internet vorgebrachten Argumente waren auch schon Ende des 19. Jahrhunderts zu hören, als es um den Ausbau und Betrieb der Eisenbahnnetze in den Industrieländern ging. Odlyzko verweist darauf, dass im Ergebnis bereits vor mehr als hundert Jahren die vertikal integrierten Eisenbahnunternehmen (Schienen und Bahnen in einer Hand) der Regulierung unterworfen worden waren.

Die Möglichkeiten der Preisdiskriminierung wurden damals gesetzlich beschränkt. Ein reines Marktmodell ohne Regulierung wurde für die wichtige Infrastruktur und Transportleistung als sozial inakzeptabel und auch als wirtschaftsfeindlich angesehen. Schließlich hätte es in der Hand der Eisenbahnunternehmen gelegen, über das Schicksal von Unternehmen zu entscheiden, die ihr Geschäftsmodell auf dem Bahntransport aufbauten. Am Ende setzte sich die Auffassung durch, dass die Gesellschaft beim Bahntransport ein "transparenteres und faires Spielfeld" benötige als ohne Regulierung zu erreichen war.

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Was früher die Eisenbahnunternehmen waren, sind heute die Betreiber der Telekommunikationsnetzwerke. Die Situation ist durchaus vergleichbar: Die Netzwerkbetreiber wollen die Nutzer der Netzwerke nach eigenem Belieben zur Kasse bitten. Ließe man ihnen freie Hand, so könnten sie die Preise für die Nutzung ihrer Netzwerke beispielsweise nach der wirtschaftlichen Situation der Nutzer festlegen, ohne Berücksichtigung der gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen.

US-Ökonom: Netzwerke brauchen Regulierung 
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LaLeLu 29. Okt 2009

FULL ACK Besonders dieser Ausdruck: "User-Neutralität" ist das im Prinzip.

LaLeLu 29. Okt 2009

folgendes: ef-magazin.de/media/assets/pdf/ef064-screen.pdf Ab Seite 36. Ist echt...


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