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Raindrop - Mozilla stellt Konkurrent für Google Wave vor

Auch Mozilla will die Kommunikation im Internet revolutionieren. Nicht nur Google will mit Wave die Art und Weise, wie Menschen über das Internet kommunizieren, neu erfinden. Auch Mozilla schickt sich an, die Kommunikation im Netz umzukrempeln und stellt das Projekt Raindrop vor. Gleichzeitig veröffentlicht Mozilla einen ersten Prototypen.
/ Jens Ihlenfeld
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Mozilla beschreibt Raindrop als Erkundung beim Messaging. Dahinter steht das für Mozillas E-Mail-Client Thunderbird verantwortliche Team, das sich anschickt auszuprobieren, wie die Kommunikation mit Hilfe bestehender Web-Technologien verbessert oder neu gestaltet werden kann.

Mehr als nur ein weiterer E-Mail-Client

So sei Raindrop nicht nur ein weiterer E-Mail-Client, sondern der Versuch, einen Kommunikationsclient so zu entwickeln, als gäbe es so etwas noch nicht. Raindrop soll E-Mail wieder persönlich machen, also die wirklich wichtigen Nachrichten von Freunden und Familie in den Vordergrund stellen, die angesichts der zahlreichen unpersönlichen E-Mails untergehen, die von Unternehmen kommen.

Dabei bezieht Raindrop Nachrichten aus unterschiedlichen Quellen wie Twitter, Facebook oder Flickr mit ein, E-Mail ist nur eine Quelle unter vielen. Und wie bei Twitter sollen direkte Nachrichten oder Antworten automatisch herausgefischt werden, da diese vermutlich wichtiger sind als das Grundrauschen.

E-Mails aus Mailinglisten werden automatisch erkannt

Dazu sortiert Raindrop beispielsweise Nachrichten, die über Mailinglisten kommen, automatisch aus, ohne dass Nutzer dazu manuell Filter aufsetzen müssen. Sie lassen sich immer noch leicht abrufen, sollten aber den eigentlichen Posteingang nicht verstopfen. Gleiches gilt für typische Benachrichtigungen wie sie beispielsweise Amazon und eBay versenden.

Darüber hinaus sollen Nutzern unnötige Klicks erspart werden. Schickt ein Freund einen Link zu Youtube oder Flickr, so soll Raindrop das entsprechende Video oder die Bilder direkt anzeigen, statt dass zunächst die Website in einem neuen Browser-Tab geöffnet werden muss.

CouchDB als Zentrale Sammelstelle

Dazu gewähren Nutzer Raindrop Zugriff auf ihre verschiedenen Nachrichtenquellen, vom E-Mail-Postfach bis zum Twitter-Konto. Alle Nachrichten werden in einer sogenannten Workqueue mit Python verarbeitet, wobei es die offene Architektur der Open-Source-Plattform erlaubt, mit eigenen Erweiterungen Informationen aus den eingehenden Nachrichten zu extrahieren.

Alle Nachrichten speichert Raindrop zusammen mit dem HTML, CSS und Javascript, das für das eigene Interface notwendig ist, in einer CouchDB(öffnet im neuen Fenster) . So wird das gesamte Interface aus dieser CouchDB erzeugt und im Browser dargestellt, wobei derzeit Firefox und auf Webkit basierende Browser unterstützt werden. Künftig könnten zudem native Applikationen, beispielsweise für Mobiltelefone, hinzukommen.

Auch das Frontend kann beliebig erweitert werden. Letztendlich besteht es aus einer Sammlung von Widgets, die über ein Javascript-API auf die CouchDB zugreifen. Dabei werden die Javascript-Bibliotheken Dojo und jQuery verwendet, die somit auch Entwicklern von Erweiterungen zur Verfügung stehen.

Um die Entwicklung von Erweiterungen zu vereinfachen, stellt Mozilla den sogenannten Extender zur Verfügung. Er setzt auf Mozillas Code-Editor Bespin auf und erlaubt es, einzelne Widgets direkt im Browser zu verändern. Die Änderungen werden dabei direkt nach dem Speichern in der Applikation umgesetzt, so dass Entwickler direkt sehen, wie sich ihre Arbeit am Code auswirkt.

Nutzer entscheiden, wo ihre Daten gespeichert werden

Wo die Daten gespeichert werden, sollen Nutzer selbst entscheiden. Es soll ebenso möglich sein, sämtliche Daten lokal auf dem Rechner zu speichern, als auch diese bei einem Provider abzulegen.

Aktuell liegt Raindrop in Form eines Prototypen vor und trägt die Versionsnummer 0.1. Mozilla hofft, dass daraus im Laufe der Zeit ein anpassbares Produkt sowie eine Plattform entstehen. Raindrop 0.1 kann unter labs.mozilla.com(öffnet im neuen Fenster) im Quelltext heruntergeladen werden. Eine installierbare Version ist in Arbeit. Unter vimeo.com/mozillamessaging(öffnet im neuen Fenster) haben die Entwickler einige Videos abgelegt, die die unterschiedlichen Aspekte von Raindrop erläutern und eine Einführung in das Konzept geben.

Einige der Grundideen von Raindrop gehen in eine ähnliche Richtung wie Google Wave , wobei Googles Projekt stärker auf den Aspekt der Echtzeit-Kommunikation setzt und dazu auch neue Protokolle definiert. Raindrop hingegen bedient sich bereits existierender Standards, um bestehende Systeme, die heute schon genutzt werden, miteinander zu verbinden.


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