MySQL-Gründer: Oracle soll MySQL verkaufen
Die Übernahme von Sun durch Oracle ist nach wie vor nicht vollzogen, da sich die Europäische Kommission sowie Kartellwächter in mehreren Nicht-EU-Ländern noch in eingehender Prüfung befinden. Dabei geht es vor allem um MySQL, denn Oracle würde mit der Übernahme von Sun in den Besitz des freien Datenbanksystems kommen.
MySQL-Gründer Michael "Monty" Widenius vertritt die Auffassung, dass "die EU-Kartellwächter absolut Recht mit ihren Bedenken haben" und ruft Oracle dazu auf, "konstruktiv zu sein und sich zu verpflichten, MySQL an einen geeigneten Käufer weiterzuverkaufen, was den Weg für eine sofortige Lösung frei machen würde, anstatt Sun weiter leiden zu lassen."
Der MySQL-Gründer hatte Sun Anfang 2009 verlassen und mit Monty Program ein neues Unternehmen gegründet, dessen Lösungen auf MySQL aufsetzen. Er kritisierte in er Vergangenheit Suns Lizenzpolitik in Sachen MySQL.
Nach Ansicht von Widenius braucht MySQL "ein anderes Zuhause als Oracle, und zwar eines, wo es keine Interessenkonflikte geben wird, ob und wie MySQL weiterentwickelt werden sollte."
Widenius setzt sich daher für einen Verkauf von MySQL ein und arbeitet dazu mit Florian Müller zusammen, der bereits im Auftrag von MySQL eine EU-Kampagne gegen Softwarepatente geführt hat, und der bis zum Verkauf an Sun im letzten Jahr Aktionär von MySQL war. Laut Müller sei "jeder Tag, der verstreicht, ohne dass Oracle endlich MySQL aus dem Deal ausklammert, ein weiterer Beweis, dass Oracle einfach nur seinen Open-Source-Rivalen loswerden will und dass die Untersuchung der EU zum Schutz von Innovation und Wettbewerb unerlässlich ist. Dies ist von größer Bedeutung, denn die gesamte wissensbasierte Wirtschaft beruht auf Datenbanken."
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