Telefónica wirbt um deutsche Mittelständler

Wachstumspotenzial bei Geschäftskunden

Der spanische Telekomkonzern Telefónica will in Deutschland bei Geschäftskunden wachsen. Derzeit liegt der Marktanteil der Telefónica-Tochter O2 dort bei sieben Prozent. Experten bescheinigen O2 gute Chancen.

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Für die Telefónica steht Deutschland im Zentrum der Europastrategie. Europachef Matthew Key will vor allem bei den Geschäftskunden wachsen. "Wir werden uns stärker bemühen, kleine und mittelständische Unternehmen als Kunden zu akquirieren", sagte Key dem Handelsblatt. Derzeit liegt der Marktanteil der Marke O2 dort bei sieben Prozent. Geschäftskunden gelten als attraktiv, weil ihre Umsätze deutlich höher sind als bei Privatkunden.

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Experten bescheinigen O2 gute Chancen. Grund ist das Abschneiden im Netztest der Zeitschrift Connect. Der bescheinigt O2 eine ähnliche gute Netzqualität wie dem Marktführer T-Mobile. Für Firmen ist die Zuverlässigkeit des Netzes entscheidend bei der Auswahl des Mobilfunkanbieters.

Bei Privatkunden setzt Key auf den Erfolg des neuen Tarifes "O2O", der eine eingebaute Kostenbremse besitzt. Kunden, die in einem Monat schon 60 Euro vertelefoniert haben, erhalten alle weiteren Gespräche und Textnachrichten kostenlos. In der Branche sorgt diese Neuerung für Nervosität. Die Konkurrenz fürchtet, dass sie dadurch zahlungskräftige Kunden verliert. Key nährt diese Angst: "Der Tarif wird von den Kunden besser angenommen als alle anderen neuen Preise, die wir je eingeführt haben", sagte er. "Jeden Monat steigt die Kundenzahl um zehn Prozent." Die Nutzerzahl nannte er jedoch nicht.

Kritisch äußerte sich Key zur geplanten Mobilfunkauktion in Deutschland. "Es ist sehr schwierig, in einer Auktion zu bieten, wenn man nicht weiß, wofür", sagte er. O2 fordert, dass Chefregulierer Matthias Kurth vor der Auktion festlegt, ob und wie vergebene Frequenzen auch für Daten genutzt werden können. Erst wenn diese Frage geklärt sei, könne O2 entscheiden, wie wichtig neue Kapazitäten seien. Kurth will sich in dem Punkt aber nicht festlegen.

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Key geht davon aus, dass die Handynutzung in Deutschland noch zulegen kann. Im internationalen Vergleich würden die Deutschen weniger lange mobil telefonieren als in anderen Ländern. Dennoch geht er davon aus, dass die Preise für Telefonate in ganz Europa weiter sinken werden und dieser Rückgang auch nicht durch den erwarteten Anstieg in der Nutzung von mobilen Daten wie Internet auf dem Handy kompensiert wird.

[aus Handelsblatt von Ruth Berschens und Sandra Louven]

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