EFF: TI soll Taschenrechner-Fans nicht weiter bedrohen

Streit über veröffentlichte TI-83-Plus-OS-Signaturschlüssel geht weiter

Texas Instruments (TI) hat unter dem Deckmantel des DMCA einige Hobbyentwickler abgemahnt, die über potenzielle Modifikationen für programmierbare Taschenrechner gebloggt hatten. Die Electronic Frontier Foundation (EFF) hat den Hersteller nun aufgefordert, seine haltlosen Drohungen zurückzuziehen.

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Die TI-Taschenrechner führen nur vom Hersteller zugelassene Betriebssysteme aus, nach einem Signaturcheck. Nun haben findige Köpfe mittels Reverse-Engineering Signaturschlüssel für das Betriebssystem des TI-83 Plus herausgefunden, was es Kunden ermöglicht, eigene Betriebssysteme zu installieren, die Hardware auszureizen und den Geräten neue Funktionen hinzuzufügen.

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TI sieht durch die veröffentlichten Schlüssel den Kopierschutz seiner Software gefährdet und reagierte laut EFF mit "einer Flut an Abmahnungen" - dabei handelt es sich offenbar vor allem um DMCA-Takedown-Notices. Diese gingen per E-Mail unter anderem an brandonw.net, memestreams.net, reddit.com und unitedti.org.

Weil nach Ansicht des Unternehmens die Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen nach dem Digital Millennium Copyright Act (DMCA) illegal sei, müssten Kommentare und Links zu den Signaturschlüsseln gelöscht werden. Der erste Schlüssel tauchte bereits im Juli 2009 im unitedti-Forum auf, weitere folgten, wurden aber nach der TI-Klageandrohung von dort gelöscht. Die besagten Schlüssel werden allerdings auf Wikileaks noch gehostet.

Die EFF vertritt drei der betroffenen Blogger, die Briefe von TI erhalten haben. "Hier geht es nicht um Copyright-Verletzungen. Hier geht es darum, die eigene Software auf dem eigenen Gerät auszuführen - einem legal erworbenen Taschenrechner", so EFF-Bürgerrechtlerin Jennifer Granick. TI biete seine Taschenrechnersoftware zudem zum kostenlosen Download an.

Einer der von TI abgemahnten und von der EFF vertretenen Blogger, Tom Cross, betreibt zusammen mit Nick Levay memestreams.net. "Der DMCA sollte nicht missbraucht werden, um Onlinediskussionen von Leuten zu zensieren, die sich völlig legal verhalten", so Cross in einer EFF-Mitteilung. Es sei legal, Reverse Engineering zu betreiben und auch darüber zu reden.

Der DMCA erlaubt laut EFF explizit das Reverse Engineering, um vollständig kompatible Individualsoftware zu entwickeln. Entsprechend handle es sich um leere Klageandrohungen seitens TI, mit dem Ziel, Diskussionen über die erlaubten Tüfteleien zu verhindern.

"Tüftler nehmen sich ihre eigenen Werkzeuge vor, um sie zu verbessern, in der besten Tradition amerikanischer Innovationskraft", so Granick.

Das komplette Schreiben der EFF an TI findet sich auf der EFF-Website.