Neue Zweifel an Sicherheit der Telekom-Kundenkontodaten (Up)

Callcenter-Connection führt in die Türkei

Kunden der Telekom müssen erneut fürchten, dass ihre Kontodaten missbraucht werden. Nach Recherchen des Spiegel sind bei externen Callcentern im Ausland Datensätze von hunderttausenden Telekom-Kunden im Umlauf, die häufig auch Bankverbindungen enthalten sollen.

Artikel veröffentlicht am ,

Bei Betrugsfällen und Datenschutzpannen der Deutschen Telekom könnten doch sensible Kundendaten gestohlen worden sein. Anfang Oktober 2009 hatte der Bonner Konzern eingeräumt, dass vier externe Callcenter rechtswidrig Subfirmen beschäftigt hätten, die aber keinen direkten Zugriff auf die Kundenmanagementsysteme des Konzerns erhalten hätten, sondern nur auf spezielle Vertriebspartnerportale. Dort hätten sie nur Zugriff auf jeweils den Datensatz bekommen, den sie für ihren jeweiligen Kundenauftrag benötigten. Das Nachrichtenmagazin Spiegel will jedoch erfahren haben, dass Datensätze von hunderttausenden Telekom-Kunden ins Ausland gelangt seien, häufig auch mit Bankverbindungen.

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Die Kundendaten seien bei der Telekom entwendet und dann angereichert worden, schreibt das Magazin. Deutschsprachige Mitarbeiter meist türkischer Callcenter hätten so im Auftrag der Telekom neue Verträge verkauft. Diese wurden dann über Subfirmen bei der Telekom eingereicht, um überhöhte Provisionen zu kassieren. Dabei wurde vorgetäuscht, die Aufträge seien durch den stationären Handel generiert worden, wofür höhere Provisionen gezahlt werden als für die telefonische Akquise.

Die Telekom hatte im Februar 2009 Strafanzeige erstattet. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt unter dem Aktenzeichen 430JS67/09 wegen bandenmäßigen Betruges, heißt es in dem Magazinbericht. Die Telekom erklärte, dass staatliche Ermittlungsbehörden nach der Anzeige bereits Daten sichergestellt und Verdächtige vorläufig festgenommen hätten. "Ob und in welchem Umfang dafür Daten der Deutschen Telekom verwendet wurden, steht nicht fest", gab das Unternehmen an.

Lothar Schröder, Verdi-Bundesvorstand und stellvertretender Aufsichtsratschef bei der Telekom, hatte erklärt, dass es grundsätzlich einfacher sei, Kundendaten zu schützen, wenn man mit eigenen Callcentern arbeite.

Nachtrag vom 14. Oktober 2009, 13:48 Uhr:

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Der Stern berichtet, dass die Kriminalpolizei im Juli 2009 deutschlandweit an fast 30 Orten Personen und Firmen durchsucht habe. Millionen Datensätze seien sichergestellt worden.

Die Telekom engagierte rund 1.000 Haupt-Vertriebspartner, die wiederum auf mindestens 12.000 Subunternehmer zurückgriffen, so das Magazin weiter. Zwar sei es verboten, die Bankdaten der Kunden maschinell abzurufen, das sei aber trotzdem möglich gewesen. Eine Firma hätte allein in der zweiten Jahreshälfte 2008 rund vier Millionen Mal auf Vertriebsdatenbanken der Telekom mit den vertraulichen Kundeninformationen zugegriffen.

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Siga9876 15. Okt 2009

Ich habe schon Rücklastschrift-Buchungen gesehen. Und sie fairerweise (Vereinsbeiträge...

Rama Lama 14. Okt 2009

Ja. Sonst....? Sich wiederrechtlich Geld anzueignen nennt man Diebstahl. Diebstahl wird...

Rama Lama 14. Okt 2009

@golem: Das es um Vorfälle aus 2008 geht habt ihr wohl mittlerweile mitbekommen. Ein...

Youssarian 14. Okt 2009

Nein. Aber da die meisten Daten in die Türkei verschafft worden sein sollen, spricht...



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