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Drahtloser Handy-Lader Powermat kommt in USA auf den Markt

Akkus von Handhelds und Smartphones ohne Kabel aufladen. In den USA listen die ersten Händler das System Powermat. Damit lassen sich die Akkus von iPhone, Blackberry und Nintendo DS durch Auflegen auf eine Matte laden. Nötig ist dafür jedoch immer ein Adapter, der mehr oder weniger elegant ausfällt.
/ Nico Ernst
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Die Powermat(öffnet im neuen Fenster) wurde erstmals auf der CES im Januar 2009 gezeigt, seither hielt sich das Unternehmen mit Veröffentlichungen stark zurück - nicht einmal, dass das System auf elektromagnetischer Induktion(öffnet im neuen Fenster) basiert, ist auf der Webseite des Herstellers zu lesen. Powermat USA ist ein Joint Venture des Herstellers von Solar-Poolheizungen, Hot Sun(öffnet im neuen Fenster) und der in Israel gegründeten Powermat Ltd.

Das Ladegerät selbst gibt es in zwei Versionen, beide können drei Geräte gleichzeitig laden. Das Modell "Home & Office" besteht aus einem Stück, die "Portable Mat" aus drei Teilen, die zusammengeklappt werden können. Jede der Matten wird mit einem Universaladapter geliefert, der dann aber doch wieder über ein Kabel mit mehren Adaptern für Rundstecker und USB Strom an ein mobiles Gerät liefert. Ein externes Netzteil, das mit 100 bis 240 Volt zurechtkommt, dient als Primärquelle.

Für etliche andere Geräte wie das iPhone 3G - das erste Apple-Handy wird bisher nicht unterstützt -, den iPod touch sowie Blackberrys und Nintendos DS Lite und DSi gibt es jedoch spezielle Adapter, an denen sich kein Kabel mehr befindet. Im Falle der Nintendo-Konsolen sitzt dafür eine Klammer auf der Rückseite des Handhelds, die über einen schmalen Steg den USB-Port des DS versorgt.

Bei den Adaptern für Smartphones gibt es bisher zwei Bauformen. Wenn sich der Deckel des Akkufaches abnehmen lässt, wie beispielsweise beim Blackberry Pearl, fällt die Erweiterung für drahtloses Aufladen mit einigen Millimetern zusätzlicher Dicke für das gesamte Gerät recht dezent aus. Das iPhone 3G muss aber in eine Kunststoffhülle gesteckt werden, da der Akku von außen nicht zugänglich ist.

Immerhin: Ein Standardport nach Mini-USB steht auch bereit, in die gängigen iPod-Docks passt das Gerät dann aber mit der Hülle nicht mehr. Einen Adapter mit Dock-Port gibt es auch, in den muss ein iPod oder iPhone aber eingesteckt werden, was nicht so elegant klappt wie das Gerät einfach auf die Powermat zu legen.

Dieser Vorgang ist zudem auch nicht so simpel, wie er zunächst scheint. Über einen RFID-Chip im Adapter teilt das Gerät seinen Ladezustand und seinen Typ mit, damit die Powermat sich auf die Spannungen und Stromstärken einstellen kann. Zudem sind die Adapter magnetisch, damit sie sich auf die Spulen in der Matte genau ausrichten können. Damit sollen die Akkus mindestens so schnell wie mit dem Originalladegerät gefüllt werden können.

Dieser Aufwand macht das System nicht ganz billig. Die beiden Matten kosten mit dem Universaladapter laut Preisempfehlung rund 100 US-Dollar, die Adapter zwischen 30 und 40 US-Dollar. Mindestens 200 US-Dollar sind also für ein voll ausgebautes System mit drei Adaptern fällig.

Medienberichten zufolge will Powermat in Zukunft auch Adapter für Digitalkameras und Netbooks anbieten, konkrete Produktankündigungen gibt es aber nicht. Neben Powermat wollen auch andere Unternehmen, darunter Sony, in Zukunft verstärkt drahtlose Ladesysteme anbieten. Sonys Konzept setzt jedoch auf Magnetresonanz und kann auch Entfernungen bis zu einem halben Meter überbrücken.


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