Vook - das E-Book mit Video
E-Books unterscheiden sich noch wenig von gedruckten Büchern: Wie diese bestehen sie aus Text, nur eben nur aus digitalem Text. Einen Schritt weiter geht der US-Verlag Simon & Schuster: Er will Bücher multimedial anreichern, indem er Videos hinzufügt.
Konsequenterweise nennt der Verlag das neue Produkt Vook(öffnet im neuen Fenster) – eine Mischung aus Book und Video. Vier Titel bietet er zum Start an: einen Schönheitsratgeber, ein Fitnessbuch sowie zwei Romane.
Videos erklären den Text
Bei den Sachbüchern ist die multimediale Ergänzung naheliegend: In den Videos zu "Return to Beauty" etwa erklärt Autorin Narine Nikogosian, wie die Leserinnen mit einfachen Mitteln Pflegemittel wie Gesichtsmasken selbst machen können. Die Videos zu "90 Second Fitness Solution" zeigen, wie die Leser die in dem Buch beschriebenen Trimm-dich-Übungen richtig ausführen. Hier bieten sich auch weitere Titel an, Kochbücher etwa, Fotobücher oder Ratgeber für den Heimwerker.
Weniger intuitiv ist eine multimediale Anreicherung von fiktionalen Texten: Die Videos zur Südstaatenromanze "Promises" und dem Entführungskrimi "Embassy" zeigen Spielszenen aus der Handlung. Das kann auf der einen Seite die Vorstellung des Lesers beflügeln, bekommt er doch so ein Bild vom Ort der Handlung, wie etwa der Plantage des männlichen Protagonisten in Promises. Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass die Videos die Vorstellung, die sich der Leser von Orten und Figuren gemacht hat, zerstören.
Vooks auf dem Computer und dem iPhone
Erhältlich sind die Vooks in zwei Versionen: als Webanwendung, die der Nutzer auf seinem Computer im Browser anschauen kann, und als Version für die mobile Nutzung auf dem iPhone oder dem iPod touch. Die Onlineanwendung kostet jeweils 7 US-Dollar, die iPhone-Applikation 5 US-Dollar.
Wenn E-Book-Reader künftig mehr können – also ein Farbdisplay haben und nicht nur Animationen , sondern auch Videos darstellen können -, werden solche multimedialen Bücher sicher in größerer Anzahl auf den Markt kommen. "Diese neuen Medien sind zweifellos ein toller Weg, um das Interesse der Leser zu wecken und sie zu begeistern" , sagte Maryanne Wolf, Kinderpsychologin an der Tufts Universität in Medford im US-Bundesstaat Massachusetts, der New York Times(öffnet im neuen Fenster) . Allerdings sieht Wolf auch eine Gefahr: Wer werde noch die Geduld aufbringen, Autoren wie Henry James oder George Eliot zu lesen?
Versuche zur Multimedialisierung hat es in letzter Zeit mehrfach gegeben: So hat das Magazin Entertainment Weekly im September eine Ausgabe mit einem Display ausgeliefert, das ein Video mit Limonadenwerbung anzeigt.
Ton-Text-Bücher für das iPhone
Im Sommer hatte der Berliner Verlag Textunes ein ähnliches Projekt gestartet: Er bietet multimediale Bücher aus Ton und Text für das iPhone an. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus digitalem Text und Hörbuch. Der Nutzer kann wählen, ob er ein Kapitel lieber liest, anhört oder ob er multimedial gleichzeitig lesen und hören möchte.
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