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Amazon und die E-Books

Golem.de: Der Buchmarkt ist noch aus einem anderen Grund in Aufruhr - wegen des E-Books. Die Verlage betonen, dass sie nicht die gleichen Fehler machen werden wie die Musikindustrie.

Rosenblatt: Sie machen nahezu die gleichen Fehler. Amazon hat im Buchmarkt die Rolle eingenommen, die Apple im Musikmarkt hatte. Jeff Bezos ist fast ein Anagram von Steve Jobs. Die Buchindustrie ist dabei, den Schlüssel zum Himmelstor des E-Book-Markts Amazon auszuhändigen, indem sie Amazon die Kontrolle über die Plattform und die wirtschaftlichen Bedingungen, etwa die Preisgestaltung, überlässt. Man muss sich zwei Fragen stellen: Wer sind Amazons ernstzunehmende Konkurrenten und welchen Einfluss haben die Verlage auf Amazon? Die Musikindustrie hat alle Hebel, die sie gegen Apple hatte, aus der Hand gegeben. Der letzte war, DRM aufzugeben und damit - ironischerweise - Amazon zum Apple-Konkurrenten aufzubauen.

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Golem.de: Warum hat Amazon eine so große Macht im E-Book-Markt?

Rosenblatt: Weil das Unternehmen E-Books auf alle Plattformen liefern kann: nicht nur auf den Kindle, sondern auf Smartphones, den Blackberry. Die Technik dafür haben sie bekommen, indem sie Mobipocket gekauft haben, eine französische E-Book-Technik-Firma, die ihr eigenes DRM entwickelt hat. Die Fachverlage werden Amazon nicht erlauben, ihre populären Bücher für Mobipocket-Plattformen anzubieten, im Gegensatz zum Kindle. Das ist ein Hebel, den die Verlage in der Hand haben. Wenn ich Verleger wäre, würde ich Amazon niemals dieses Recht einräumen, denn dann hätte Amazon nicht nur die Kontrolle über den Kindle, der nur eins unter vielen E-Book-Lesegeräten ist. Sondern dann würde Amazon auch den Markt für Blackberrys und Smartphones bekommen, deren Darstellung immer besser wird. Daran können die Verlage festhalten, so lange E-Books mit DRM ausgerüstet sind.

Golem.de: Wer sind Amazons Konkurrenten?

Rosenblatt: In den USA haben die Verleger gerade einen ernstzunehmenden Konkurrenten geschaffen, indem Barnes & Noble, die größte Buchhandelskette der USA, eine Partnerschaft mit eReader eingegangen ist. Das könnte ein Konkurrent zu Amazon sein, weil Barnes & Noble so eine große Reichweite hat. Der andere Konkurrent könnte Adobe sein. Adobe ist für den E-Book-Markt das, was Microsoft für den Musikmarkt war: Die Firma stellt Software zur Verfügung, verkauft aber selbst keine Inhalte.

Adobes wichtigster Hardwarepartner ist Sony, aber die beiden haben keinen ernstzunehmenden Shop für E-Books. Adobe könnte dann zum Amazon-Konkurrenten werden, wenn die Firma sich mit einem großen Einzelhändler zusammentut, etwa Walmart. Oder, indem einer der Adobe-Hardwarepartner ein tolles neues Gerät herausbringt. Es gibt einen großen Hype um ein Gerät von Plastic Logic, das Anfang 2010 auf den Markt kommen soll. Wenn das Gerät so toll ist wie angekündigt und sie ein gutes Verkaufsangebot haben, dann haben sie eine Chance.

Aber selbst wenn es zwei Konkurrenten zu Amazon gibt, was bekommt man? Drei inkompatible Plattformen für E-Books. Das werden die Kunden nicht mögen, denn es gibt Kopierschutz und Inkompatibilität - die E-Book-Industrie hat sich Gedanken gemacht über interoperables DRM und sich entschieden, sich nicht drum zu kümmern.

Golem.de: Werden wir also E-Books ohne DRM bekommen?

Rosenblatt: Ich denke schon. Wenn man sich Technologie anschaut, dann gibt es fast nie nur eine Plattform. Als es bei Betriebssystemen im Grunde nur einen Anbieter gab, gab es auch ein Kartellverfahren. Bei Datenbanken gibt es Konkurrenz und auch auf beinahe jedem anderen Gebiet. Meist arbeiten die Konkurrenzprodukte nicht zusammen. Das mögen Kunden nicht. Vielleicht werden sie sich daran gewöhnen, aber noch ist das nicht der Fall. Wenn E-Books populärer werden, wird es auch mehr unerlaubte Kopien geben, wie es auch bei Musik der Fall war. Die Verleger werden ihren Hebel verlieren, aber den Markt erweitern wollen, so dass sie dann in der gleichen Situation sein werden wie die Musikindustrie - also wird DRM verschwinden. [Das Interview führte Matthias Spielkamp]

 Interview: Mit nutzergenerierten Inhalten Geld verdienen

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Blair 02. Okt 2009

Soso. Durch was denn bitte? Durch Spenden? Das ist völlig illusorisch. Nein ist völlig...

Blair 02. Okt 2009

Aber nur in wenigen Fällen für kommerziele Ziele geeignet. Wenn man viele Bücher unter...

Blair 02. Okt 2009

PDF unterstützt DRM du Held.

Blair 02. Okt 2009

Begründung deiner Behauptung im Titel? Sollte iegntlich selbstverständlich sein.

hihi 02. Okt 2009

"Es ist bekanntlich schwer, die US-Regelung zu Fair Use in einem DRM-System zu...



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